Den Dienst an der Waffe zu verweigern, ist eine Frage des Gewissens. Der neue Wehrdienst und die Wehrerfassung aller 18-Jährigen lässt die Nachfrage nach entsprechenden Beratungen steigen. Die Kirchen reagieren.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland weitet ihre Wehrdienstberatung für junge Menschen aus. Die Nachfrage sei in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor.
Seit Jahresbeginn gelten neue Regelungen für den Wehrdienst. Damit einher geht auch eine verpflichtende Musterung. Der Dienst an der Waffe ist vorerst freiwillig, die Verweigerung des Dienstes für viele schon jetzt eine Gewissensentscheidung.
Alle in diesem Jahr volljährig gewordenen Männer und Frauen erhalten von der Bundeswehr einen Fragebogen. Die Landeskirche der Hauptstadtregion will ihre Unterstützung bei der Gewissensentscheidung zum Wehrdienst ausbauen.
Die Bundeswehr verschickt seit diesem Jahr Fragebögen zum Wehrdienst an 18-Jährige. Damit steigt die Nachfrage nach Beratung bei den Kirchen. Die Beratung sei ergebnisoffen, betonen die evangelischen Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Seit Jahresbeginn werden 18-Jährige wieder mit der Frage konfrontiert, ob sie für einen Wehrdienst infrage kommen. Auch wenn es noch keine Wehrpflicht in Deutschland gibt, steigt dadurch der Beratungsbedarf, sagt der Friedensbeauftrage Felix Paul.
Seit dem 1. Januar erhalten alle jungen Menschen in Deutschland kurz nach ihrem 18. Geburtstag Post von der Bundeswehr, um ihr Interesse am Wehrdienst abzufragen. Die bayerische Landeskirche hilft den Betroffenen dabei, eine Entscheidung zu treffen.
Die Evangelische Heimstiftung sieht die Diskussion über einen neuen Zivildienst positiv. Er könne kein Ersatz sein für ausgebildete Fachkräfte - aber eine wichtige Ergänzung, die die soziale Infrastruktur stärkt und Nachwuchs anzieht.