Mitteldeutsche Kirche baut Beratung zur Kriegsdienstverweigerung aus

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland weitet ihre Wehrdienstberatung für junge Menschen aus. Die Nachfrage sei in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor.

Erfurt (epd). Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) baut ihre Beratungsangebote zu Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerung aus. Die Beratung und seelsorgerische Begleitung zu diesem Thema sei ein wichtiges Handlungsfeld der kirchlichen Arbeit, sagte der EKM-Friedensbeauftragte Jens Lattke dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Nach den Worten Lattkes will die Kirche junge Menschen bei der Gewissensbildung unterstützen und ihnen eine fundierte Entscheidung ermöglichen. Ein zentrales Beratungsangebot ist im Bereich Friedensarbeit des Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrums der EKM angesiedelt. Daneben gibt es auch dezentrale Angebote in einzelnen Kirchenkreisen. Pfarrer, kirchliche Jugendmitarbeiter sowie Lehrer und Pädagogen würden fortlaufend für die Beratung qualifiziert. Das Ziel sei ein größeres kirchliches Netzwerk.

Nachfrage für Beratungen seit 2022 kontinuierlich gestiegen

Die Nachfrage nach Beratung sei seit 2022 kontinuierlich gestiegen und habe 2026 einen Höchststand erreicht, erklärte Lattke. Sie schwanke allerdings abhängig von der politischen Diskussion. Je stärker das Thema öffentlich präsent sei, desto mehr Anfragen gingen ein. Eine genaue Statistik liege nicht vor.

Ab September will die EKM 18-Jährige mit einer Postkartenaktion sowie über einen WhatsApp-Kanal und eine gemeinsame Internetseite mit anderen Landeskirchen auf Beratungsangebote aufmerksam machen. Die Beratung erfolge ausdrücklich ergebnisoffen. Sie solle Menschen befähigen, eine „reflektierte und abgewogene Gewissensentscheidung“ für oder gegen einen Wehrdienst zu treffen, sagte Lattke.