Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Badische Synode verurteilt russischen Angriffskrieg in der Ukraine

Karlsruhe/Bad Herrenalb (epd). Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine scharf verurteilt. „Der Krieg vernichtet das Leben vieler Menschen in der Ukraine, bedroht die zivile Weltordnung und das friedliche Zusammenleben der Menschen auf der Grundlage des Völkerrechts“, heißt es in der am Samstag verabschiedeten Erklärung.

Högl fordert mehr Klarheit über Ziele von Bundeswehreinsätzen

Berlin (epd). Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), fordert mehr Klarheit über die Ziele von Bundeswehreinsätzen. „Es muss klar sein, mit welchen Zielen geht die Bundeswehr in die Einsätze, in welche Teile der Welt, mit welchen Partnern, mit welchen Mitteln, in welchem Umfang und zu welcher Dauer.

Katholischer Militärbischof warnt vor Eskalation des Ukraine-Krieges

Essen (epd). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hält Waffenlieferungen zur Unterstützung der Ukraine im Krieg mit Russland grundsätzlich für legitim, warnt aber vor einer Eskalation. Es sei aus christlicher Sicht geboten, dass Deutschland den ukrainischen Truppen auch mit Waffen helfe, sagte der Essener Bischof der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Samstag).

Scholz: Es darf keinen Atomkrieg geben

Berlin/Hamburg (epd). Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) begründet seine Zurückhaltung bei der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine mit der Gefahr eines Atomkriegs. „Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem dritten Weltkrieg führt“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

Frankreich geht, Russland kommt

Nairobi, Bamako (epd). Stühlerücken in der Durchfahrt zu einem Hinterhof in der malischen Hauptstadt Bamako: Es ist gegen 15 Uhr und noch heiß, in der Durchfahrt allerdings etwas kühler. Die nacheinander eintreffenden Männer und Frauen sind zu früh. Erst in einer Stunde soll die Versammlung der Bewegung „Yerewolo Debout sur les remparts“ (etwa: „Wachsam auf den Zinnen“) beginnen.

ifo: Bundeswehr müsste dauerhaft 25 Milliarden Euro mehr bekommen

München (epd). Nach Berechnungen des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung müsste die Bundeswehr jährlich dauerhaft rund 25 Milliarden Euro mehr als geplant erhalten. Diese Summe sei nötig, um die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu erfüllen, jährlich zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben, teilte das ifo Institut am Dienstag mit.

Evangelische Kirche uneins über Waffenlieferungen an die Ukraine

Düsseldorf, Bielefeld (epd). In der evangelischen Kirche gibt es unterschiedliche Positionen zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, sprach sich am Donnerstag erneut dagegen aus und warnte vor eine weiteren Eskalation des Konflikts.

Innerkirchliche Debatte um Waffenlieferungen an Ukraine hält an

Hannover/Hamburg (epd). In der evangelischen Kirche bleiben Waffenlieferungen an ukrainische Streitkräfte weiter umstritten. Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, bezweifelte in einem Interview mit der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ (Donnerstag), dass diese am Ende Frieden bringen.

Käßmann: Ich bin als Pazifistin gegen Waffenlieferungen

Hannover, Berlin (epd). Vor der Hintergrund der internationalen militärischen Hilfen an die Ukraine wegen des Krieges gegen Russland hat die evangelische Theologin Margot Käßmann erneut bekräftigt, gegen Waffenlieferungen zu sein.

Margot Käßmann: Krieg in der Ukraine ist keine Zeitenwende

Hannover (epd). Die evangelische Theologin Margot Käßmann lehnt trotz des russischen Angriffskrieges in der Ukraine massive Rüstungsinvestitionen in Deutschland ab. „Für mich ist das keine Zeitenwende, so grauenvoll dieser Krieg auch ist“, sagte sie im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie verwies auf den andauernden Krieg in Syrien und auf den Krieg im Jemen.