Berlin (epd). Angesichts der Debatte um die Wehrdienstreform wendet sich eine wachsende Zahl von Menschen an Beratungsstellen für Kriegsdienstverweigerung. „Wir werden gerade nahezu überflutet von Anfragen“, sagte der politische Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Michael Schulze von Glaßer, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstag).
Die konkrete Gestaltung des Wehrdienstes sorgt immer wieder für politische Diskussionen. Christliche Jugendverbände fordern, die Freiwilligkeit zu erhalten.
Leer (epd). Der frühere Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), hält ein Losverfahren für die Rekrutierung von Wehrdienstleistenden für gänzlich ungeeignet. Es berge die Gefahr, dass die Rekruten sich als „Looser“ betrachteten und entsprechend wenig motiviert ihren Dienst verrichten, sagte Robbe dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Der Bundestag hat erstmals über den neuen Wehrdienst beraten. Verteidigungsminister Pistorius wirbt für eine "offene Debatte". Bundespräsident Steinmeier kritisiert den Streit in der Koalition, spricht von einer "kommunikativen Fehlleistung".
Weimar (epd). Nach der Freilassung der noch lebenden israelischen Geiseln im Gazastreifen sieht der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, eine vorsichtige Chance auf Frieden.
Hannover (epd). In der laufenden Debatte über den künftigen Wehrdienst mahnt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Sicherheit nicht auf die militärische Verteidigungsfähigkeit zu reduzieren.
Hamburg (epd). Eine Mehrheit junger Erwachsener lehnt einer Umfrage zufolge die Rückkehr zur Wehrpflicht ab. 61 Prozent sehen darin einen erheblichen Eingriff in die persönlichen Grundrechte, wie eine von Greenpeace beauftragte repräsentative Umfrage unter 16- bis 25-Jährigen zeigt, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Oldenburg (epd). Der Oldenburger Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler hält eine Rekrutierung von Wehrdienstleistenden über ein Losverfahren für schwer vereinbar mit dem Grundgesetz.
Wie werden Bundeswehr-Einsätze legitimiert? Wie sieht es in einem Feldlager aus? Um solche Fragen geht es, wenn Hauptmann Farbacher vorträgt. Mit persönlichen Einblicken fesselt er die Schüler, muss sich aber auch kritischen Fragen stellen.
Union und SPD suchen weiter nach einem Kompromiss beim Wehrdienst. Es geht um die Frage, wie viel Pflicht das Gesetz schon vorsehen soll. Die SPD zeigt sich offen dafür, Ziele zu benennen, einen Automatismus zur Wehrpflicht lehnt sie aber weiter ab.