Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Militärpfarrer: Für Soldaten war Taliban-Vormarsch absehbar

Frankfurt a. M. (epd). Für viele Bundeswehr-Soldaten ist der Vormarsch der Taliban in Afghanistan nach dem Ende des internationalen Militäreinsatzes nach Schilderungen eines Militärpfarrers absehbar gewesen. Das sei im Grunde keine neue Erfahrung für die Soldaten, sagte der evangelische Militärpfarrer Stephan Schmid dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Friedensforscher: Mehr Zurückhaltung bei Auslandseinsätzen

Hamburg (epd). Deutschland sollte bei Auslandseinsätzen zurückhaltender werden, fordert der Hamburger Friedensforscher Michael Brzoska. Einsätze der Bundeswehr seien nur dann sinnvoll, wenn die Kriegsparteien vor Ort zu einer friedlichen Konfliktlösung bereit seien, sagte der Direktor des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der „Neuen Kirchenzeitung“ (Ausgabe: 8.

EAK trauert um Alt-Bischof Christoph Demke

„Seine klare pazifistische Haltung hat viele ermutigt,“ verlautbart die Evangelische Kirche Mitte in ihrem Nachruf auf Christoph Demke in erfreulicher Klarheit. Im Spektrum kirchlicher Friedensethik, die in ihrer Positionierung bezüglich Anwendung und Einsatz von Waffengewalt auch 2021 immer noch weithin „eindeutig zweideutig“ ist, eine erfreuliche Ansage.

Pistorius: Mehr afghanische Bundeswehr-Helfer nach Deutschland holen

Hannover (epd). Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr ehemalige Helfer der Bundeswehr als bisher geplant aus Afghanistan nach Deutschland zu holen. Nach dem Abzug der Soldaten seien diese Menschen von den Taliban bedroht und in Lebensgefahr, sagte Pistorius am Montag dem NDR.

Mehr traumatisierte Bundeswehrsoldaten

Berlin (epd). Die Zahl der traumatisierten Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr steigt kontinuierlich. Wurden im Jahr 2013 noch 602 Bundeswehrangehörige wegen einsatzbedingter psychischer Störungen behandelt, so waren es im vergangenen Jahr 1.116, wie aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht.

Merkel will afghanische Ortskräfte notfalls mit Charterflügen holen

Berlin (epd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach eigenen Worten „pragmatische Lösungen“ finden, um afghanische Ortskräfte von Bundeswehr und Polizei nach Deutschland zu holen. Das heiße gegebenenfalls auch, über Charterflugzeuge nachzudenken, sagte sie am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die nach dem deutschen Truppenabzug am Hindukusch zurückgebliebenen zivilen Helfer.

Protestaktion gegen Atomwaffen in Büchel beendet

Büchel/Cochem (epd). Bei einer Protestaktion am Militärflugplatz in Büchel sind zwei Frauen und ein Mann vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Ziel der Aktion sei es gewesen, einen Tunnel zu graben, um auf der Startbahn den Flugbetrieb zu stoppen, sagte ein Sprecher der Aktion am Montag.