Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Bischof Meister plädiert für verpflichtendes Gesellschaftsjahr

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat sich für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für junge Menschen ausgesprochen. Er selbst habe im Zivildienst Menschen mit Behinderung befördert und Sterbende in ihren letzten Monaten gepflegt und empfinde diese Zeit als bis heute prägend, sagte der 63 Jahre alte Theologe der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

In der Bundeswehr "Demokratie und Freiheit verteidigen"

Junge Rekruten haben sich auf dem Truppenübungsplatz Munster in ihrem Biwak eingerichtet. Sie haben sich freiwillig zum Wehrdienst gemeldet und üben erstmals, sich im Gelände zu verteidigen.

Koalition sucht gemeinsame Linie zum Wehrdienst

Trotz eines im Kabinett beschlossenen Gesetzentwurfs streitet die Koalition erneut über den Wehrdienst. Die SPD beharrt auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, doch der Kanzler bezweifelt, dass das reicht.

Margot Käßmann: "Friedensbewegung ist ziemlich lebendig"

Stuttgart/Berlin (epd). An der Friedensdemonstration in Stuttgart haben am Tag der Deutschen Einheit nach Angaben der Veranstalter rund 15.000 Menschen teilgenommen. Die Stuttgarter Polizei gab auf epd-Anfrage an, keine Teilnehmendenzahlen zu veröffentlichen. Zeitgleich fand in Berlin unter dem gemeinsamen Motto „Nie wieder kriegstüchtig!“ eine weitere Demonstration statt.

Drohnen: Justizministerin warnt vor Bundeswehr-Einsätzen im Innern

Berlin (epd). Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat vor einem zu weitreichenden Einsatz der Bundeswehr im Innern im Zusammenhang mit Drohnenangriffen gewarnt. „Drohnenabwehr ist eine sicherheitspolitische Kernaufgabe“, sagte Hubig der „Welt am Sonntag“ (Online/Samstag).

Dobrindt zur Drohnenabwehr: Deutschland muss sich Wettrüsten stellen

München (epd). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angekündigt, weitere Maßnahmen in der Drohnenabwehr zu ergreifen. „Wir haben heute schon Fähigkeiten, wollen sie aber deutlich ausbauen“, sagte er am Rande des Migrationsgipfels der EU-Innenminister am Samstag in München.

Özdemir schlägt "republikanisches Jahr" für jeden vor

Berlin (epd). Der Grünen-Politiker Cem Özdemir äußert sich kritisch zu einer Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht, schlägt stattdessen aber ein „republikanisches Jahr“ vor. „Lasst uns ein republikanisches Jahr einführen - also ein Jahr, in dem sich alle in den Dienst ihres Landes stellen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Kardinal Marx: Frieden kann nicht mit Waffen bewahrt werden

München (epd). Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat vor Wettrüsten und Kriegstreiberei gewarnt. „Das führt zu einer unendlichen Spirale der Gewalt“, sagte Marx beim „Gottesdienst der Nationen“ zum Abschluss der bundesweiten Interkulturellen Woche laut Mitteilung vom Sonntagabend. „Ich bin kein Politiker, aber die Sprache, die ich überall höre, beunruhigt mich.

Ministerin: Zahl der Kriegsdienst-verweigerer nimmt deutlich zu

Hannover (epd). Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat laut Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) in den vergangenen Monaten stark zugenommen. „Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer war lange sehr, sehr gering“, sagte die Politikerin, deren Ressort für den Zivildienst zuständig ist, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

EAK: KDV-Beratung und Gewissensbildung haben eine neue Bedeutung

Ganz im Zeichen der Diskussionen um das neue Wehrdienstgesetz, um Fragen der Gewissensbildung und eines zunehmenden Bedarfs an Beratungen zur Kriegsdienstverweigerung stand die diesjährige Jahrestagung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Hamburg.