Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Bischöfe sehen Wiedereinführung einer Wehrpflicht skeptisch

Fulda, Bonn (epd). Die katholischen Bischöfe in Deutschland blicken derzeit eher skeptisch auf eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Eine Wehrpflicht stelle erhebliche Eingriffe in die Freiheitsrechte der Betroffenen dar, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Donnerstag in Fulda zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung.

Bündnis fordert erneut deutschen Beitritt zu Atomwaffen-verbotsvertrag

Bonn (epd). Das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ hat seine Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag erneuert. „Statt nuklear abzurüsten, treibt die Bundesregierung die Stationierung der Tarnkappenbomber F-35 voran, um die Stationierung der neuen, zielgenaueren US-Atomwaffen zu ermöglichen“, erklärte Bündnissprecher Martin Singe am Donnerstag in Bonn.

HH: Friedensaktionswoche gegen Bundeswehr-Übung "Red Storm Alpha"

Hamburg (epd). Das Hamburger Bündnis „Kein NATO-Hafen“ ruft zu einer Friedensaktionswoche auf. Den Anlass bildet die von der Bundeswehr geplante Verteidigungsübung „Red Storm Bravo“ ab Donnerstag in Hamburg, die beim Bündnis auf Ablehnung stößt, wie der Zusammenschluss „Kein NATO-Hafen“ am Montag mitteilte.

Ärzte warnen vor Militarisierung des Gesundheitssystems

Berlin (epd). Der Verein „Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs“ (IPPNW) beklagt eine fortschreitende Militarisierung des Gesundheitssystems. Die Präsidentin von IPPNW Europa, Angelika Claußen, sagte der „Berliner Zeitung“ (online) anlässlich des bundesweiten Warntages am Donnerstag, sie habe den Eindruck, dass die Gesellschaft auf ein Kriegsszenario vorbereitet werde.

Soldat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Gaza angezeigt

Berlin/Karlsruhe (epd). Menschenrechtler haben am Mittwoch bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen einen aus München stammenden israelischen Soldaten eingereicht. Er stehe im Verdacht, an gezielten Tötungen unbewaffneter palästinensischer Zivilisten in Gaza beteiligt gewesen zu sein, teilte das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin mit.

UN-Hochkommissar prangert Straffreiheit für Kriegsverbrecher an

Genf (epd). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Straffreiheit für Verbrechen im Ukraine-Krieg, im Gaza-Konflikt und anderen Krisen angeprangert. Rund um die Welt würden die Regeln des humanitären Völkerrechts „geschreddert“, sagte der Hochkommissar am Montag bei der Eröffnung der Herbstsitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf.