Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Drohnen: Justizministerin warnt vor Bundeswehr-Einsätzen im Innern

Berlin (epd). Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat vor einem zu weitreichenden Einsatz der Bundeswehr im Innern im Zusammenhang mit Drohnenangriffen gewarnt. „Drohnenabwehr ist eine sicherheitspolitische Kernaufgabe“, sagte Hubig der „Welt am Sonntag“ (Online/Samstag).

Dobrindt zur Drohnenabwehr: Deutschland muss sich Wettrüsten stellen

München (epd). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angekündigt, weitere Maßnahmen in der Drohnenabwehr zu ergreifen. „Wir haben heute schon Fähigkeiten, wollen sie aber deutlich ausbauen“, sagte er am Rande des Migrationsgipfels der EU-Innenminister am Samstag in München.

Özdemir schlägt "republikanisches Jahr" für jeden vor

Berlin (epd). Der Grünen-Politiker Cem Özdemir äußert sich kritisch zu einer Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht, schlägt stattdessen aber ein „republikanisches Jahr“ vor. „Lasst uns ein republikanisches Jahr einführen - also ein Jahr, in dem sich alle in den Dienst ihres Landes stellen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Kardinal Marx: Frieden kann nicht mit Waffen bewahrt werden

München (epd). Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat vor Wettrüsten und Kriegstreiberei gewarnt. „Das führt zu einer unendlichen Spirale der Gewalt“, sagte Marx beim „Gottesdienst der Nationen“ zum Abschluss der bundesweiten Interkulturellen Woche laut Mitteilung vom Sonntagabend. „Ich bin kein Politiker, aber die Sprache, die ich überall höre, beunruhigt mich.

Ministerin: Zahl der Kriegsdienst-verweigerer nimmt deutlich zu

Hannover (epd). Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer hat laut Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) in den vergangenen Monaten stark zugenommen. „Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer war lange sehr, sehr gering“, sagte die Politikerin, deren Ressort für den Zivildienst zuständig ist, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

EAK: KDV-Beratung und Gewissensbildung haben eine neue Bedeutung

Ganz im Zeichen der Diskussionen um das neue Wehrdienstgesetz, um Fragen der Gewissensbildung und eines zunehmenden Bedarfs an Beratungen zur Kriegsdienstverweigerung stand die diesjährige Jahrestagung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Hamburg.

Bündnis fordert erneut deutschen Beitritt zu Atomwaffen-verbotsvertrag

Bonn (epd). Das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ hat seine Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag erneuert. „Statt nuklear abzurüsten, treibt die Bundesregierung die Stationierung der Tarnkappenbomber F-35 voran, um die Stationierung der neuen, zielgenaueren US-Atomwaffen zu ermöglichen“, erklärte Bündnissprecher Martin Singe am Donnerstag in Bonn.

Bischöfe sehen Wiedereinführung einer Wehrpflicht skeptisch

Fulda, Bonn (epd). Die katholischen Bischöfe in Deutschland blicken derzeit eher skeptisch auf eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Eine Wehrpflicht stelle erhebliche Eingriffe in die Freiheitsrechte der Betroffenen dar, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Donnerstag in Fulda zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung.

HH: Friedensaktionswoche gegen Bundeswehr-Übung "Red Storm Alpha"

Hamburg (epd). Das Hamburger Bündnis „Kein NATO-Hafen“ ruft zu einer Friedensaktionswoche auf. Den Anlass bildet die von der Bundeswehr geplante Verteidigungsübung „Red Storm Bravo“ ab Donnerstag in Hamburg, die beim Bündnis auf Ablehnung stößt, wie der Zusammenschluss „Kein NATO-Hafen“ am Montag mitteilte.