Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

Aachener Friedenspreis kritisiert Nato-Großmanöver

Aachen (epd). Der Trägerverein des Aachener Friedenspreises hat das für das Frühjahr in Europa geplante große Militärmanöver "Defender 2020" scharf kritisiert. "Dieses Manöver stellt eine massive Bedrohung und Gefährdung des Friedens in Europa dar", heißt es in einem am Sonntag in Aachen veröffentlichten Appell der Mitgliederversammlung des Aachener Friedenspreises.

Soldaten in Uniform fahren künftig kostenlos mit der Bahn

Berlin (epd). Bundeswehr-Soldaten können ab dem kommenden Jahr kostenlos in Uniform mit der Bahn fahren und müssen ihre Gratis-Fahrten nicht versteuern. Es sei geplant, noch in diesem Jahr den abschließenden Vertrag mit der Deutschen Bahn zu schließen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin mit.

Den Weg der Gewaltfreiheit gehen

Die Debatte der EKD-Synode über das Schwerpunktthema „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“ wurde heute mit Vorträgen und Erfahrungsberichten auf unterschiedliche Aspekte der aktuellen friedensethischen Diskussion eröffnet. Dabei standen die Fragen im Zentrum, was die Kirche zum Frieden in der Welt beitragen kann und wie friedvoll sie selbst ist.

EKD-Militärbischof Rink begrüßt Synodendebatte über Frieden

Oberursel (epd). Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat sich lobend über die geplante Diskussion pazifistischer Positionspapiere auf der diesjährigen EKD-Synode geäußert. "Es braucht das Wächteramt der Kirche, die sagt: Die zunehmende Militarisierung entspricht nicht Gottes Willen", sagte der Bischof der Zeitschrift "Publik-Forum" (Ausgabe 8. November).

EAK: Juristische Beratung ist für Kriegsdienstverweigerer immer noch „sehr wichtig“

Soldatinnen und Soldaten, die nach einem erfolgreichen KDV-Verfahren die Bundeswehr verlassen, werden normalerweise zur Kasse gebeten. Das betrifft Personen, die über die Bundeswehr studiert oder eine Ausbildung gemacht haben, also durch die Bundeswehr finanziert wurden. Die Kosten für die so erlangten Vorteile für ihr berufliches Leben sollen sie dann zurückzahlen. 

Bundeswehr benennt Kaserne nach Widerständler der "Weißen Rose"

München/Ulm (epd). Erstmals benennt die Bundeswehr eine Kaserne nach einem Angehörigen der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Am Mittwoch werde die Liegenschaft "Hochbrück" im Münchner Norden in Christoph-Probst-Kaserne umbenannt, wie die Bundeswehr mitteilte.

EKD-Militärbischof Rink gegen rigorosen Pazifismus

Hamburg (epd). Für den Erhalt von Recht und Freiheit ist nach Ansicht des evangelischen Militärbischofs Sigurd Rink auch der Einsatz von Gewalt geboten. "Rigoroser Pazifismus kann dem Recht des Stärkeren Vorschub leisten und nicht der Stärke des Rechts", sagte der Theologe in einem Interview mit der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt".