Kirche und Militär stehen in ambivalenter Beziehung. Einerseits hat in den Kirchen die Position des radikalen Pazifismus seinen Platz. Andererseits legitimieren kirchliche Stellungnahmen den Einsatz des Militärs als letztes Mittel zur Selbstverteidigung oder auch in einer Schutzverantwortung für andere. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland verbinden Verträge Kirche und Staat, auch in Bezug auf die Seelsorge in der Bundeswehr. Dieses Spannungsfeld bedarf der stetigen und profunden Gewissensbildung, Meinungsfindung und Handlungsbegründung auf individueller, kirchlicher und staatlicher Ebene.

Militär

AGDF und EAK fordern ein Ende der Debatte um den Einsatz der Bundeswehr im Innern

Die „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und die „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK) haben die Pläne der Bundesregierung und von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Bundeswehr auch im Innern einzusetzen, scharf kritisiert.

Weißbuch wird zu mehr KDV-Anträgen und zu neuen Waffen-Definitionen führen

Das neue „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ wird zu mehr Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung gerade unter Reservisten führen, aber auch eine neue Definition von Waffen erfordern. Davon ist die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) überzeugt.

Zu viel Sicherheit, zu wenig Frieden

„Zu viel Sicherheit, zu wenig Frieden“, das ist die erste Einschätzung, die der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),  Renke Brahms, und der Evangelische Militärbischof, Sigurd Rink, zum vergangene Woche erschienenen „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ abgegeben haben.

Katholischer Militärbischof begrüßt Weißbuch

Berlin (epd). Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat das in dieser Woche veröffentlichte Weißbuch der Bundeswehr begrüßt. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme hebt er das "eindeutige Bekenntnis" zum Konzept der Inneren Führung bei der Bundeswehr hervor, das die Grundlage für das Bild des "Staatsbürgers in Uniform" bildet.

AGDF: Veraltete Diagnose und Rezepte

Aus Sicht der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ist der inhaltliche Ansatz des neuen „Weißbuchs zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ überholt. „Die Erfahrungen zeigen, dass es illusorisch ist, mehr Sicherheit durch Aufrüstung und Militärinterinventionen erreichen zu wollen.

Mehr Verantwortung, mehr Einsätze

Berlin (epd). Deutschland will international mehr Verantwortung übernehmen - auch militärisch. Das Kabinett hat am Mittwoch in Berlin das von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgelegte "Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr" beschlossen.

Kinder an Waffen: Von der Leyen will neue Regeln für Bundeswehr-Tag

Berlin (epd). Am diesjährigen "Tag der Bundeswehr" haben Kinder in einer Kaserne in Baden-Württemberg an echten Waffen gespielt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zieht jetzt Konsequenzen aus dem Vorfall am Wochenende. In Stetten "ist trotz klarer Vorschriften ein bedauerlicher Fehler passiert", sagte von der Leyen dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

EKD-Friedensbeauftragter kritisiert Aufstockung der Bundeswehr

Bonn (epd). Die geplante Aufstockung der Bundeswehr stößt bei evangelischen Friedensverbänden auf heftige Kritik. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wolle offenbar bereits Pflöcke einrammen und Vorentscheidungen treffen, bevor das neue Weißbuch veröffentlicht werde, erklärten die Verbände am Mittwochabend in Bonn.