05.04.2021

Ostermarschierer fordern Umdenken und Abzug von Atomwaffen

epd

Dortmund/Büchel (epd). Zum Abschluss des dreitägigen Ostermarsches Rhein-Ruhr haben am Montag in Dortmund rund 200 Menschen Abrüstung, mehr Klimaschutz und den Verzicht auf Atomwaffen gefordert. "Wir müssen mehr für den Frieden tun, und zwar überall auf der Welt", sagte der Vorsitzende der Naturfreunde Deutschlands, Michael Müller, bei der Kundgebung in der Innenstadt. Er warnte zudem vor den Folgen des Klimawandels: "Wir brauchen ein Umdenken der Menschheit zu mehr Solidarität und Gemeinschaft."

Mitorganisator Joachim Schramm schätzte die Gesamtzahl der Teilnehmer am Ostmarsch Rhein-Ruhr von Samstag bis Montag auf rund tausend. Wegen der Corona-Pandemie hätten weniger Menschen teilgenommen als üblich. Im vergangenen Jahr hatte es wegen der Pandemie fast ausschließlich Online-Veranstaltungen gegeben.

In Büchel in der Eifel demonstrierten am Montag rund 90 Menschen für den Abzug der US-Atomwaffen, die im dortigen Fliegerhorst vermutet werden. "Wir sind hier, weil hier immer noch diese Massenvernichtungswaffen lagern, die längst geächtet gehören", sagte der evangelische Pfarrer Matthias Engelke. Mitveranstalterin Hildegard Slabik-Münter betonte mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst: "Wir werden nur wählen, wer dafür sorgt, dass die Atomwaffen hier abgezogen werden und dass der Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet wird."

Der Trierer Informatiker Karl-Hans Bläsius warnte bei der Osterkundgebung in Büchel vor einem Atomkrieg aus Versehen. "Wir haben hier ein großes Risiko, dass wohl immer weiter zunehmen wird", sagte der Hochschullehrer. Nach Ende des INF-Vertrages drohe zudem ein neues Wettrüsten mit neuartigen Waffensystemen, auch führe der Klimawandel zu neuen Flüchtlingsursachen und politischen Krisen. An der Kundgebung nahmen auch der SPD-Europaabgeordnete Norbert Neuser und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer teil.