08.04.2020

Virtueller Ostermarsch 2020 am Samstag, 11. April

Dieter Junker
EAK

1960 gab es in Deutschland den ersten Ostermarsch. Aufgrund der Corona-Pandemie können nun, 60 Jahre später, keine Ostermärsche auf der Straße stattfinden. Dennoch wird es einen Ostermarsch geben. Virtuell am Samstag, 11. April, um 19 Uhr. Gemeinsam und solidarisch mit vielen. Dazu aufgerufen hat das „Bündnis Virtueller Ostermarsch 2020“, dem unter anderem auch die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) angehört.

An Ostern soll mit diesem virtuellen Ostermarsch ein Zeichen gesetzt werden für eine dringend notwendige friedenspolitische Wende. Dabei fordert das Bündnis die Bundesregierung auf, die für die Erhöhung der Rüstungsausgaben vorgesehenen Geldmittel von rund 40 Milliarden Euro für Gesundheit, Umwelt, Bildung und Soziales umzuwidmen. Ebenso wird der sofortige Stopp der deutschen Rüstungsexporte und ein Einstieg in eine Rüstungskonversion gefordert. Weitere Forderungen sind der Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel, der Verzicht auf die deutsche nukleare Teilhabe, die Unterzeichnung des UN-Vertrages zum Verbot von Atomwaffen durch die Bundesregierung, die Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln sowie eine Klimaschutzpolitik, die der Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens entspricht.

„Die Corona-Pandemie offenbart die Verletzlichkeiten der Welt und scheint sie zum Stillstand zu bringen. Doch viele Probleme und Herausforderungen, die es vor der Pandemie gab, bestehen weiter und verschlimmern sich mit jedem Tag“, heißt es in dem Aufruf zum Virtuellen Ostermarsch 2020.

Im Stream wird es unter anderem Redebeiträge von Renke Brahms, dem Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Friedensnobelpreisträgerin und Direktorin der „Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ (ICAN), der Netzaktivistin Katharina Nocum und dem Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, Jürgen Grässlin, geben. Außerdem werden Musikbeiträge unter anderem von Konstantin Wecker, dem deutsch-argentinischen Gitarristen und Liedermacher Pablo Miró, der deutsch-französischen HipHop-Combo Zweierpasch und dem finnischen Blues-Musiker Pan Salmenhaara zu hören sein.

Dem Bündnis Virtueller Ostermarsch 2020 gehören an: IPPNW Deutschland – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegses, Ärzte in sozialer Verantwortung, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Bundesverband, pax christi Deutschland, Netzwerk Friedenskooperative, die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) sowie die NaturFreunde Deutschlands. Unterstützer des virtuellen Ostermarsches sind daneben die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Kooperation für den Frieden und Ohne Rüstung leben (ORL).