04.01.2020

Hunderttausende Menschen fliehen vor Gewalt in Nordwest-Syrien

epd

New York / Genf (epd). Die Gewalt im Nordwesten des Bürgerkriegslandes Syrien treibt immer mehr Zivilisten in die Flucht. Den Vereinten Nationen zufolge sind allein im südlichen Teil der Provinz Idlib seit Mitte Dezember nahezu 300.000 Menschen vertrieben worden. Mehr als die Hälfte der Opfer seien Kinder, sagte UN-Sprecher Farhan Haq am Freitag (Ortszeit) in New York mit Blick auf die Offensive des Assad-Regimes und Russlands gegen islamistische Kämpfer. Gewisse Gebiete seien fast menschenleer. 

Von April bis Anfang Dezember hätten rund 400.000 Menschen die Flucht ergriffen, viele davon mehrere Male. Im selben Zeitraum seien mehr als 1.330 Zivilisten getötet worden. Vor den Ausführungen des Sprechers hatten UN-Funktionäre den Sicherheitsrat über die sich zuspitzende humanitäre Lage in Nordwest-Syrien informiert.

Die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und die verbündeten Streitkräfte Russlands versuchen, das Gebiet Idlib und angrenzende Regionen zurückzuerobern. Es handelt sich um eines der letzten großen Gebiete in der Hand der Assad-Gegner. Dort verschanzen sich Zehntausende islamistische Kämpfer. Außerdem harren rund drei Millionen Zivilisten in Idlib aus.

Der Syrien-Krieg begann 2011 mit einem Volksaufstand gegen Assad. Hunderttausende Menschen kamen seither ums Leben. Millionen Menschen wurden in die Flucht gezwungen.