18.06.2019

AGDF: Kirchentag soll Impuls für eine Ächtung von Atomwaffen an die EKD-Synode senden

Dieter Junker
AGDF

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund sollen die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland auffordern, bei ihrer Tagung im November 2019 in Dresden einen Beschluss zur Ächtung von Atomwaffen und gegen die nukleare Abschreckung als eine „heute noch mögliche“ ethisch verantwortbare Sicherheitspolitik zu verabschieden sowie die Bundesregierung auffordern, umgehend den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Dies sieht ein Resolutionsantrag vor, den die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) beim Kirchentag eingereicht hat und der zur Abstimmung gestellt werden soll.

Die AGDF verweist in diesem Resolutionsantrag auf die zahlreichen Beschlüsse aus der Ökumene, nach denen Atomwaffen unvereinbar mit wahrem Frieden seien. Dies habe auch die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2014 erklärt. Dabei wurden die Atomwaffen als eine Gefahr für die Menschheit bezeichnet. Auch die EKD-Friedensdenkschrift habe, so die AGDF, klar bekannt, dass eine Drohung mit Nuklearwaffen aus Sicht evangelischer Friedensethik heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden könne.

Doch mittlerweile drohe ein neues nukleares Wettrüsten, warnt die AGDF. So hätten die USA und Russland den INF-Vertrag aufgekündigt, beide Atommächte planten zudem, ihre Waffenarsenale zu modernisieren. Gleichzeitig würde aber der von 122 Staaten beschlossene Atomwaffenverbotsvertrag von den Atommächten, aber auch von Deutschland ignoriert.

„Hier muss die Kirche, hier müssen Christinnen und Christen klar und deutlich ihre Stimme erheben“, betont Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer. Die EKD-Synode im November in Dresden, die als „Friedens-Synode“ zusammenkomme, sei da ein geeigneter Ort, um einen solchen Beschluss zur Ächtung von Atomwaffen zu fassen. „Und der Kirchentag als ein großes und wichtiges Forum bürgerschaftlichen Engagements und politischer Teilhabe kann hier für diese Synode einen wichtigen Impuls geben“, ist er überzeugt.

Die Resolution soll dabei beim Podium „Des Friedens überdrüssig? Wenn religiöse Visionen konkret werden“ am Donnerstag, 20. Juni, ab 11 Uhr, im Großen Saal des Opernhauses zur Abstimmung gestellt werden. Gleichzeitig wird der Resolutionsentwurf auch an zahlreichen Ständen auf dem Markt der Möglichkeiten zur Unterschrift ausliegen.