11.06.2018

UN fordern Untersuchung von Luftattacke in Syrien mit Dutzenden Toten

epd

Genf (epd). UN-Generalsekretär António Guterres hat einen tödlichen Luftangriff auf ein Dorf im syrischen Rebellengebiet Idlib verurteilt. Wie die UN am Montag in Genf mitteilten, kamen dabei in der Nacht zum Freitag "Dutzende" Menschen ums Leben, darunter auch Kinder. Guterres forderte eine gründliche Untersuchung der Attacke in Sardana, für die mutmaßlich die Luftwaffe des Assad-Regimes verantwortlich sei. 

Es müsse ermittelt werden, ob eine zweite Angriffswelle auf Hilfskräfte gezielt habe, die Opfer der ersten Angriffswelle bergen und behandeln wollten, erklärte der Generalsekretär. Der UN-Hilfskoordinator für die Syrienkrise, Panos Moumtzis, rief die Konfliktparteien auf, ein großes Blutbad in Idlib mit seinen rund 2,5 Millionen Menschen zu verhindern. Für die Region müsse eine politische Lösung gefunden werden.

Bei Idlib handelt es sich laut den UN um eines der letzten noch in Rebellenhand befindlichen Gebiete in Syrien. Schätzungen zufolge halten sich dort 100.000 Kämpfer verschiedener Rebellengruppen und Terrormilizen auf. Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat mehrfach angekündigt, dass er alle Regionen seines Landes wieder unter seine Kontrolle bringen wolle. Rund 60 Prozent der Menschen in Idlib sind laut den UN aus anderen Kampfgebieten Syriens geflohen. 

Viele der Flüchtlinge leben laut den Vereinten Nationen auf engstem Raum in Behelfsunterkünften und unter erbärmlichen Bedingungen. Die UN liefern über die Türkei Lebensmittel und andere humanitäre Güter nach Idlib. 

Das Assad-Regime konnte in den vergangenen Jahren mit militärischer Hilfe Russlands und des Irans große Teile Syriens von Rebellen, Aufständischen und Terrorgruppen zurückerobern. Seit Beginn des Konflikts 2011 wurden Hunderttausende Menschen getötet. Fast zwölf Millionen Kinder, Frauen und Männer sind innerhalb und außerhalb des arabischen Landes auf der Flucht.