16.10.2018

Bischof Manzke: Religionen müssen dem Frieden dienen

epd

Bologna/Bückeburg (epd). Der evangelische Bischof Karl-Hinrich Manzke hat die Religionsgemeinschaften in der Welt zum Einsatz für den Frieden aufgerufen. "Religionen dürfen keinen Anlass mehr geben, um politische oder wirtschaftliche Konflikte zu begründen", mahnte Manzke am Dienstag bei einem interreligiösen Friedenstreffen im italienischen Bologna. Der schaumburg-lippische Landesbischof Manzke ist Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Er war zu Gast beim 32. Internationalen Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio.

Manzke bezog sich darauf, dass noch 2015 religiöse Einflüsse in einem Armutsbericht der Vereinten Nationen als "Hinderungsgründe für eine weitere Entwicklung" genannt worden seien - unter anderem mit Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter. Dennoch sei "das Empfinden dafür gewachsen, dass die großen Religionen in ihrer Verpflichtung nicht nachlassen dürfen, der friedlichen Entwicklung des Zusammenlebens in der Welt nicht im Wege zu stehen", sagte der Bischof nach VELKD-Angaben.

Beiträge für die Überwindung von Konflikten und die Verantwortung der Religionen sieht Manzke unter anderem in der Wertschätzung des Rechts, der Förderung der Erinnerungskultur und der Unterstützung friedensfördernder Projekte. Auf dem Weg zum Frieden sei jedoch auch die Bereitschaft nötig, "Grenzen zu ertragen und auszuhalten, die wir Menschen nicht überwinden können", sagte Manzke mit Blick auf ein Jesus-Wort. 

Die Laienbewegung Sant'Egidio entstand 1968 in Rom auf Initiative des Universitätsprofessors und Historikers Andrea Riccardi. Sie ist nach dem ehemaligen Kloster Sant'Egidio in Rom benannt, wo sie ihren Hauptsitz hat. Die Gemeinschaft widmet sich nach eigenen Angaben der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten und dem Dialog der Religionen. 

Seit 1986 veranstaltet sie jährlich internationale Friedenstreffen - erstmals im italienischen Assisi. Das diesjährige dreitägige Treffen stand unter der Überschrift "Bridges of Peace (Friedensbrücken)" und endete am Dienstag. Im vergangenen Jahr war das Treffen in Osnabrück und Münster zu Gast.