27.02.2018

66 Prozent wünschen sich Zivildienst zurück

epd

Hamburg (epd). Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen sind dafür, den Zivildienst wieder einzuführen. Das ergab eine Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Sogar 85 Prozent aller Deutschen wollen ein solches Dienstjahr nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen verpflichtend machen. Repräsentativ befragt wurden 1.022 Deutsche im Alter zwischen 18 und 69 Jahren.

Sieben Jahre nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes gibt es der Umfrage zufolge höchst unterschiedliche Ansichten über die Gestaltung eines Pflichtjahres. 21 Prozent würden nur den Zivildienst, sieben Prozent ausschließlich den Wehrdienst und 39 Prozent beide Dienste anbieten.

Dass sich so viele Befürworter für die Wiedereinführung finden, liegt der Umfrage zufolge auch an dem hohen Zufriedenheitsgrad der Dienstleistenden in der Vergangenheit. 77 Prozent waren mit ihrem Zivildienst zufrieden: Der Dienst habe gelehrt, soziale Jobs mehr wertzuschätzen. Mit ihrem Wehrdienst waren 60 Prozent zufrieden. Der Dienst habe "Respekt vor dem Leben" gelehrt.

Die Wiedereinführung eines Pflichtjahres sollte allerdings nicht dazu dienen, Personallücken im Sozialwesen oder bei der Bundeswehr zu stopfen, ergab die Umfrage. Für eine menschenwürdige Pflege im Alter sind die Bundesbürger offenbar bereit, eine Beitragserhöhung zur Pflegeversicherung in Kauf zu nehmen. 74 Prozent würden eine Steuererhöhung von 10 Euro zugunsten der Pflege befürworten. Immerhin noch 48 Prozent wären mit 40 Euro zusätzlich einverstanden. 10 Euro mehr für eine funktionstüchtige Bundeswehr befürworten dagegen nur 26 Prozent.

Vier von fünf Deutschen sprechen sich dafür aus, Pflegefachkräften mehr Gehalt zu zahlen. Befürwortet werden die finanzielle Unterstützung von Pflegekräften in der Ausbildung und eine steuerliche Entlastung von Menschen, die ihre Angehörigen selbst pflegen. Zur Linderung des Personalmangels bei der Bundeswehr schlagen 48 Prozent vor, die Arbeitsbedingungen in den Streitkräften insgesamt zu verbessern. An zweiter Stelle (46 Prozent) folgt eine Gehaltserhöhung für freiwillig Wehrdienstleistende. Nur zwei von fünf Deutschen sind dafür, die Gehälter der Berufs- und Zeitsoldaten zu erhöhen.