09.03.2017

Minister Müller fordert Reform des weltweiten Krisenmanagements

epd

Berlin (epd). Angesichts zahlreicher Konflikte in vielen Regionen der Erde fordert Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) eine Reform des Weltkrisenmanagements. Die Fähigkeiten, Krisen zu verhindern, müssten gestärkt werden, sagte Müller am Donnerstag in Berlin. Konkret sprach er sich für einen Weltkrisenfonds bei den Vereinten Nationen in Höhe von zehn Milliarden Euro aus, der den Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werden soll. 

"Wir müssen weg vom Klingelbeutel und brauchen feste Zusagen", sagte Müller. Es sei beschämend, dass die Hilfsorganisationen zu Anfang jeden Jahres auf Geberkonferenzen um Unterstützung für ihre Projekte bitten müssten. Der Minister äußerte sich nach einem Treffen mit Vertretern des UN-Kinderhilfswerks Unicef aus Syrien. Schätzungen zufolge sind in dem Bürgerkriegsland rund sechs Millionen Kinder auf der Flucht. 

Die Leiterin der Kinderschutz-Abteilung von Unicef Syrien, Cristina Roccella, berichtete von katastrophalen Lebensbedingungen der Jungen und Mädchen. Sie seien traumatisiert. Ihr Leben bestehe aus Bombeneinschlägen, dem Alarm der Sirenen und dem Weinen der Menschen um sie herum. "Mit unserer Arbeit wollen wir den Kindern ein Stück ihrer Kindheit zurückbringen", sagte Roccella. 

Deutschland will bis 2018 insgesamt 2,3 Milliarden Euro für die Syrien-Hilfe zur Verfügung stellen. Der Bürgerkrieg dauert bereits sechs Jahre an. Bislang wurden mindestens 250.000 Menschen getötet und 1,2 Millionen Menschen verletzt. Mehr als 13 Millionen sind auf Hilfe angewiesen.