19.10.2017

Katholische Kommission "Justitia et Pax" begeht 50-jähriges Bestehen

epd

Berlin (epd). Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat das Engagement der Kirche in der Armutsbekämpfung als Dienst an der Gesellschaft bezeichnet. Marx sagte anlässlich des 50-jährigen Bestehens der entwicklungs- und friedenpolitisch arbeitenden Kommission "Justitia et Pax" am Donnerstag in Berlin, die globale Perspektive sei für die katholische Kirche unabdingbar. Die Welt brauche eine neue Fortschrittsidee. Das Bewusstsein für das Zusammenleben aller Menschen in der einen Welt sei gewachsen.

Dazu habe auch die Arbeit von "Justitia et Pax" (Gerechtigkeit und Frieden) beigetragen, sagte Marx, der selbst Mitglied und neun Jahre lang Vorsitzender von "Justitia et Pax" war. Er zog eine Verbindungslinie von den 1960er Jahren zur Enzyklika "Laudato Si" von 2015, in der Papst Franziskus die zerstörerische Macht der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung thematisiert, vom Klimawandel bis zum Hunger.

Die Kommission beging das 50. Jubiläum ihrer Gründung mit einer Festveranstaltung unter dem Titel "Das Gemeinwohl weltweit denken - Neue Wege integraler Entwicklung gehen". Der Vorsitzende, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, betonte, damals wie heute komme es darauf an, das globale Gemeinwohl an die erste Stelle zu setzen. Die Kommission setzt sich für Frieden, Entwicklung und Menschenrechte ein und vernetzt die friedens- und entwicklungspolitische Arbeit der katholischen Kirche. Sie wird getragen von der Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der Laienorganisation der katholischen Kirche.

Der scheidende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stellte zum Jubiläum eine Sonderbriefmarke vor. Er sagte, Entwicklungszusammenarbeit sei ein Prozess auf Gegenseitigkeit. Beide Seiten könnten voneinander lernen und profitieren. Es komme darauf an, die Veränderungen durch die Globalisierung nicht zu fürchten, sondern sie zu gestalten. Organisationen wie "Justitia et Pax" könnten helfen, dafür in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen.

Die deutsche Kommission "Justitia et Pax" wurde 1967 gegründet als Reaktion auf eine Enzyklika des damaligen Papstes Paul VI. gegen das Wettrüsten und die wachsende Kluft zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden. Der Vatikan hatte die Gründung solcher Kommissionen weltweit angeregt. Sie stellten die Verbindung zur Politik und Zivilgesellschaft her. 

ZdK-Präsident Thomas Sternberg lobte die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in der Entwicklungs- und Friedenspolitik. Sie sprächen etwa bei der Auseinandersetzung mit den deutschen Rüstungsexporten mit einer Stimme, sagte er. Mit Blick auf die hohen Flüchtlingszahlen weltweit forderte Sternberg, die Lebensbedingungen in den Fluchtländern zu verbessern. Wenn Menschen trotz aller Anstrengungen nicht in Würde leben könnten, seien sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.