06.10.2017

EKD-Friedensbeauftragter Brahms: Nobelpreis kommt zur richtigen Zeit

epd

Bremen (epd). Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, freut sich über die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). "Die Preisverleihung kommt zur richtigen Zeit und stärkt die Menschen und Organisationen, die das Ziel der Abschaffung verfolgen", sagte der leitende Bremer Theologe am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). 

Gerade in Zeiten der verbalen Eskalation zwischen Nordkorea und den USA werde deutlich, wie wichtig konkrete Schritte zur atomaren Abrüstung und zum grundsätzlichen Verbot der Atomwaffen seien. "Der Friedensnobelpreis für ICAN setzt auch die Regierungen unter Druck, die bisher das in diesem Jahr von den UN beschlossene Verbot nicht unterschrieben haben", betonte Brahms und fügte hinzu: "Die Bundesregierung sollte jetzt die weiteren Schritte zur Umsetzung dieses Abkommens unterstützen und auf die Partner im Nato-Bündnis einwirken, das Gleiche zu tun."

Das von 122 Staaten beschlossene UN-Abkommen für ein Verbot von Atomwaffen liegt in New York zur Unterzeichnung aus. Bisher haben mehr als 50 Staaten ihre Unterschrift hinterlegt oder zugesagt. Die Atommächte wie die USA, Russland und China sowie Deutschland sind allerdings nicht dabei.

Atomwaffen seien die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht völkerrechtlich verboten seien, sagte Brahms. Der Verbotsvertrag sei ein wichtiger Schritt, um diese völkerrechtliche Lücke endlich zu schließen, erklärte der EKD-Friedensbeauftragte, der auch theologischer Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche ist. "Das Ziel ist eine atomwaffenfreie Welt."

Das norwegische Nobelkomitee würdigt mit dem Friedensnobelpreis ICAN für ihren Einsatz für ein Verbot nuklearer Rüstung. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (945.000 Euro) dotiert. Sie wird am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), in Oslo verliehen.