27.03.2016

Ostermarschierer protestieren gegen Krieg und Waffenexporte

epd

Berlin/Frankfurt a.M. (epd). In mehreren deutschen Städten sind am Samstag die Ostermärsche fortgesetzt worden. Tausende Teilnehmer demonstrierten dabei für Frieden, Abrüstung und mehr Hilfe für Flüchtlinge. In Berlin nahmen rund 2.000 Menschen an einer Kundgebung unter dem Motto "Krieg ist Terror! Damit muss Schluss sein!" teil, sagte Jutta Kausch von der Berliner Friedenskoordination dem Evangelischen Pressedienst (epd). Rund 1.000 Ostermarschierer gingen nach Informationen des Ostermarschbüros Frankfurt in mehreren hessischen Städten wie Wiesbaden, Fulda, Erbach, Bad Hersfeld und Gießen auf die Straße.

Der Ostermarsch Rhein/Ruhr hat nach Angaben der Organisatoren mehr als 1.000 Teilnehmer mobilisiert. Nach der Auftaktkundgebung in Duisburg mit rund 250 Teilnehmern fanden auch Veranstaltungen in Köln und Düsseldorf statt. 

Am Ostermarsch Saar in Saarbrückens Innenstadt nahmen laut Polizei rund 200 Menschen teil. In Kaiserslautern trafen sich wiederum rund 120 Ostermarschierer. Friedensaktivisten haben zudem am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel die neue bundesweite Kampagne "Büchel ist überall - Atomwaffenfrei jetzt" gestartet.

Nach den Stationen im Rheinland ziehen die Friedensaktivisten an den Osterfeiertagen durch das Ruhrgebiet: Am Ostersonntag folgt eine Fahrradetappe von Essen über Gelsenkirchen und Herne nach Bochum. Am Montag führt der Ostermarsch dann nach Dortmund, wo er am Nachmittag mit einem Abschlussfest endet. In Hessen forderten die Ostermarschierer unter anderem die Beseitigung von Fluchtursachen, den Stopp von Rüstungsexporten, den Kampf gegen Ausbeutung und mehr Einsatz für die Menschenrechte.

Bundesweit waren über Ostern nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative etwa 80 Demonstrationen geplant. Die Teilnehmer wenden sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und fordern ein Verbot von Kampfdrohnen sowie den Abzug aller Atomwaffen aus Europa. Die deutsche Politik sei für die Flucht Hunderttausender Menschen nach Europa mitverantwortlich, hieß es in den Aufrufen.

Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Karsamstag bei Ostermärschen in Niedersachsen und Bremen gegen Kriege und Waffenexporte. In Hannover kamen nach Polizeiangaben rund 250 Anhänger der Friedensbewegung zusammen. In Bremen versammelten sich laut Polizei ebenfalls rund 250 Teilnehmer. Weitere Aktionen gab es in Wolfsburg, Braunschweig, Delmenhorst, Goslar, Oldenburg und Osnabrück.

Ostermärsche gibt es in Deutschland seit 1960. Die Teilnehmer-Zahlen gingen aber in den vergangenen Jahren immer mehr zurück. Zwischen 1968 und 1983 hatten bei Ostermärschen in Westdeutschland noch mehrere hunderttausend Menschen gegen den Vietnam-Krieg oder die Nato-Nachrüstung demonstriert.