30.05.2016EVANGELISCHE FRIEDENSARBEIT

"Orientierungswissen zum gerechten Frieden" (30. Mai 2016)

Die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen im Umfeld Europas wächst beständig: von Nordafrika über den Nahen und Mittleren Osten bis hin zum bewaffneten Konflikt im Osten der Ukraine. Umso dringender ist die Frage, wie deutsche und europäische Politik nachhaltig dem Frieden dienen und friedenspolitische Orientierung geben können. Politik braucht in ihren Entscheidungen einen ethischen Kompass. Dieser Orientierung soll evangelische Friedensethik dienen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich entschlossen, im Jahr 2016 mit einem breit angelegten friedensethischen Studienprojekt zu beginnen. In diesem Prozess wird es darum gehen, das in der EKD- Friedensdenkschrift von 2007 entwickelte Leitbild des Gerechten Friedens zu prüfen und weiterzudenken. Über drei Jahre hinweg werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST) in einer Reihe von 20 interdisziplinären Konsultationen Grundla- gen der Friedensethik behandeln und ihre Arbeitsergebnisse der Kirche, Politik und Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dieses Projekt soll auch ein politisches Signal dafür sein, dass es weiter wichtig bleibt, gesellschaftliche Ressourcen für friedensethische und friedenspolitische Forschung zur Verfügung zu stellen. 

Am Montag, 30. Mai ist in Berlin in der Französischen Friedrichstadtkirche der Start zu diesen Studienprojekt mit einem kritischen Blick auf die Forschungslandschaft zum Thema Frieden.