07.04.2016

"Ärzte ohne Grenzen" warnen vor Medikamentenmangel im Südsudan

epd

Genf/Juba (epd). Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hat vor einem Mangel an Medikamenten im Südsudan gewarnt. Zwei Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in dem afrikanischen Land habe der Rückgang finanzieller Hilfen dramatische Folgen, warnte die Vorsitzende Joanne Liu in einem offenen Brief an die Staatengemeinschaft und Hilfsorganisationen. Selbst in Regionen, in denen nicht gekämpft werde, gebe es Engpässe in der allgemeinmedizinischen Versorgung. 

Grund sei die Einstellung eines Fonds, der bis Juni vergangenen Jahres die Beschaffung von Medikamenten finanzierte. "Ärzte ohne Grenzen" alleine sei nicht mehr in der Lage, den Engpass aufzufangen. Liu warnte vor einem Ausbruch von Krankheiten in der bevorstehenden Regenzeit. Schon im vergangenen Jahr habe die Zahl der Malariafälle stark zugenommen.

Hunderttausende Südsudanesen sind vor den Kämpfen zwischen Armee und Rebellen geflohen und sind besonders anfällig. Neben Malaria zählen dazu besonders Krankheiten, die durch unreines Trinkwasser übertragen würden. "Ärzte ohne Grenzen" behandelte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 800.000 Südsudanesen.

Das Land, das erst Mitte 2011 unabhängig wurde, gilt als eines der ärmsten der Welt. Allerdings verfügt es über reiche Ölvorkommen, die im Zentrum der Kämpfe stehen.