29.04.2015

Präsident von Pax Christi fordert neue Entspannungspolitik

Zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes sieht Algermissen Deutschland als Verantwortungsträger für eine gerechte Friedensordnung
Geöffnete Handflächen im Gebet

Florian Kopp (epd)

Geöffnete Handflächen im Gebet

Fulda (epd). Eine neue Entspannungspolitik hat der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch in Fulda gefordert. Der Ruf nach einer größeren Verantwortung Deutschlands in der Welt müsse als Ruf zur Verantwortung für eine gerechte Friedensordnung verstanden werden, sagte Algermissen in einer Erklärung zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes am 8. Mai. Algermissen ist Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in Deutschland.

Befreiung Deutschlands

Der 8. Mai 1945 sei ein Tag der Erlösung gewesen, sagte Algermissen. Der von Deutschland ausgegangene Krieg sei nicht nur ein Krieg gegen Staaten, sondern ausdrücklich auch gegen die Bevölkerung gewesen. Der deutschen Gesellschaft sei es lange nicht leicht gefallen, diese Befreiung anzunehmen. Verleugnung und Verdrängung der Fakten hätten den befreienden Umgang mit der eigenen Geschichte erschwert.

Wunden noch nicht geschlossen

Auch 70 Jahre nach Kriegsende seien die Wunden des Krieges in einigen europäischen Ländern wie Italien und Griechenland noch nicht geschlossen, unterstrich Algermissen. Immer noch warteten Opfer deutscher Kriegsverbrechen auf ein Zeichen der Anerkennung ihrer Leiden und auf das Eingeständnis der Schuld der Täter. Wiedergutmachung sei für die Opfer wichtig, da so die Ernsthaftigkeit der Umkehr der Täter glaubhafter werde.