05.08.2015

Amadeu Antonio Stiftung erhält Lothar-Kreyssig-Friedenspreis

epd
Magdeburg (epd). Die Berliner Amadeu Antonio Stiftung erhält den Lothar-Kreyssig-Friedenspreis 2015. Mit der Auszeichnung wird das Engagement der Stiftung für Migration, Einwanderung und eine spezifische Willkommenskultur gewürdigt, erklärte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland am Mittwoch in Magdeburg. Die Stiftung habe sich durch ihren zivilgesellschaftlichen Einsatz profiliert und die Friedens- und Versöhnungsarbeit in Deutschland seit ihrer Gründung 1998 maßgeblich geprägt. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird am 7. November verliehen. Das Wirken der Amadeu Stiftung sei auch eine konsequente Fortsetzung von Kreyssigs Engagement für bedrängte Menschen, hieß es weiter. Für die Laudatio in der Magdeburger Johanniskirche ist der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) vorgesehen. Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Bislang hat sie nach eigenen Angaben mehr als 800 lokale Initiativen und Projekte auf den Gebieten demokratische Jugendkultur, Schule und Opferhilfe sowie kommunale Netzwerke unterstützt. Benannt ist sie nach dem Afrikaner Amadeu Antonio, der Ende 1990 in Eberswalde von Neonazis getötet wurde. Der Lothar-Kreyssig-Friedenspreis wird von der gleichnamigen Stiftung seit 1999 alle zwei Jahre verliehen. Der Preis erinnert an den Präses der Synode der früheren evangelischen Kirchenprovinz Sachsen, Lothar Kreyssig (1898-1986). Er hatte 1958 auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Gründung der Aktion Sühnezeichen aufgerufen. Sie leistet seither Friedens- und Aufbaudienste in den Ländern, die im Zweiten Weltkrieg unter der deutschen Besatzung in besonderem Maß gelitten haben.