Militärseelsorge: Hohe Wertschätzung bei der Bundeswehr
Die Militärseelsorge erfährt bei der Bundeswehr eine hohe Wertschätzung: Laut einer Studie bewerten 87 Prozent der Soldaten das Angebot positiv. Auch die Kirchenbindung in der Truppe bleibt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung stark.
Stuttgart (epd). Die Arbeit der evangelischen Militärseelsorge erfährt innerhalb der Bundeswehr eine hohe Wertschätzung und Akzeptanz. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie bewerten 87 Prozent der Angehörigen der Streitkräfte die Militärseelsorge generell positiv, 91 Prozent äußern sich positiv zu ihren konkreten persönlichen Erfahrungen, wie der evangelische Militärpfarrer am Bundeswehrstandort Laupheim, Bernhard Schaber-Laudien, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Evangelischen Landeskirche in Württemberg betonte. Die Nachfrage nach vertraulichen Gesprächsangeboten und Begleitung im In- und Auslandseinsatz sei anhaltend hoch.
Zudem zeigt sich in den Streitkräften eine vergleichsweise starke kirchliche Bindung. Während der Anteil der evangelischen Christen an der Gesamtbevölkerung bei knapp 21 Prozent liegt, sind es in der Bundeswehr rund 27 Prozent der 186.000 Soldaten. Auch die Austrittsquote sei unter den Angehörigen der Truppe mit 0,3 Prozent außergewöhnlich gering.
Präsenz der Seelsorger schafft Vertrauen
Nach Einschätzung von Schaber-Laudien, der kürzlich von einem Jordanien-Einsatz zurückgekehrt ist, sind sich die Soldaten der verschärften internationalen Gefahrenlage bewusst. Ihr Dienst werde von vielen als konkreter Beitrag zur Sicherung des Friedens und der Demokratie verstanden. Die alltägliche, niederschwellige Präsenz der Seelsorger schaffe dabei den nötigen Vertrauensraum, um über persönliche Sorgen, Ehekrisen, Gewissensfragen zur Wehrdienstverweigerung oder Ängste um Angehörige zu sprechen.