Kriegsdienstverweigerung: Sachsens Landeskirche baut Beratung aus
Seit Jahresbeginn gelten neue Regelungen für den Wehrdienst. Damit einher geht auch eine verpflichtende Musterung. Der Dienst an der Waffe ist vorerst freiwillig, die Verweigerung des Dienstes für viele schon jetzt eine Gewissensentscheidung.
Dresden (epd). Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens baut ihr Beratungsangebot zum Thema Kriegsdienstverweigerung weiter aus. Damit werde auf den gestiegenen Gesprächsbedarf reagiert, erklärte eine Sprecherin der sächsischen Landeskirche in Dresden auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Ziel sei eine langfristige Sicherung des Angebots.
Die sächsische Landeskirche begleite seit Jahren regelmäßig junge Menschen in ihrer Gewissensentscheidung und berate sie in Fragen der Kriegsdienstverweigerung, hieß es. Häufig seien unter den Klientinnen und Klienten auch Soldatinnen und Soldaten oder Reservisten.
Ergebnisoffene Beratung
Die Beratung werde als seelsorgerliche Gewissensbegleitung verstanden und sei ergebnisoffen, hieß es. Die konkreten Inhalte reichten von formalen Fragen über Erörterungen der je eigenen Situation bis hin zur Auseinandersetzung mit persönlichen Gewissensfragen.
Seit Jahresbeginn gelten neue Regelungen für den Wehrdienst. Dabei handelt es sich nicht um die Reaktivierung der allgemeinen Wehrpflicht, wie sie in Deutschland bis 2011 galt. Der neue Wehrdienst beruht auf Freiwilligkeit. Verpflichtend ist allerdings die Teilnahme an einer Musterung für alle jungen Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008. Damit werden 18-Jährige in Deutschland wieder unmittelbar mit der Frage konfrontiert, ob für sie ein Dienst an der Waffe in der Bundeswehr infrage kommt.