Landeskirche der Hauptstadtregion weitet Wehrdienstberatung aus
Alle in diesem Jahr volljährig gewordenen Männer und Frauen erhalten von der Bundeswehr einen Fragebogen. Die Landeskirche der Hauptstadtregion will ihre Unterstützung bei der Gewissensentscheidung zum Wehrdienst ausbauen.
Berlin (epd). Die evangelische Kirche in der Hauptstadtregion weitet ihre Wehrdienstberatung aus. Derzeit würden weitere Berater für das kostenlose Angebot geschult, erklärte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Beratung sei eine Unterstützung für junge Männer, die vor einer „persönlichen Gewissensentscheidung“ stünden.
Seit Anfang Juli erhalten den Angaben nach alle 18-jährigen evangelischen Männer in der Landeskirche eine Postkarte mit der Aufschrift „Zur Bundeswehr - oder nicht?“. Damit werde das ergebnisoffene und vertrauliche Gesprächsangebot beworben. Wie viele junge Männer die Beratung wahrgenommen haben, soll Ende des Jahres ausgewertet werden.
Angebot unabhängig von Kirchenzugehörigkeit
Die Wehrdienstberatung sei Teil der evangelischen Friedensarbeit, hieß es. Junge Menschen sollen in der Beratung ihren „eigenen Weg finden“ und „Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen“. Interessierte können das Angebot den Angaben nach unabhängig von der eigenen Kirchenzugehörigkeit wahrnehmen. Um auf die Beratung aufmerksam zu machen, gebe es neben einer neuen Internetseite auch Mitteilungen auf Social Media, in der Presse und im Radio.
Alle volljährigen Männer und Frauen ab dem Geburtsjahr 2008 erhalten nach Angaben der Bundeswehr einen Fragebogen zum Interesse am Wehrdienst. Männer sind verpflichtet, ihn auszufüllen, Frauen nicht. Derzeit wird aus Kapazitätsgründen nur gemustert, wer auch Interesse bekundet. Perspektivisch sei jedoch eine Musterung aller 18-jährigen Männer angedacht.