Weltwirtschaftsforum mit Aufruf zu Konfliktlösung beendet

Davos/Genf (epd). Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, hat das Jahrestreffen mit einem Aufruf an die verantwortlichen Politiker zur Lösung von Kriegen und Konflikten beendet. Ohne Frieden sei keine wirtschaftliche und soziale Entwicklung möglich, sagte Brende am Freitag in Davos. Der Norweger betonte, dass auf dem Kongress in dem Schweizer Ort Lösungen für viele Krisenherde diskutiert worden seien. Brende nannte den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, die Spannungen um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm und den Bürgerkrieg in Syrien.

Auf dem 49. Jahrestreffen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine verstärkte internationale Kooperation geworben. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel oder Cyberattacken ließen sich nur gemeinsam von den Staaten meistern, erklärte sie. Das Treffen des Weltwirtschaftsforums mit mehr als 3.000 Spitzenvertretern aus Politik und Unternehmen, darunter etwa 60 Staats- und Regierungschefs, begann am Dienstag und stand unter dem Motto: "Globalisierung 4.0: Im Zeitalter der vierten industriellen Revolution eine neue globale Architektur schaffen". 

US-Präsident Donald Trump sagte ebenso ab wie der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May. Das Anfang der 70er Jahre von dem in Deutschland geborenen Ökonomieprofessor Klaus Schwab gegründete Weltwirtschaftsforum trifft keine offiziellen Entscheidungen. Die Teilnehmer einigen sich jedoch hinter den Kulissen auf Abkommen und Geschäfte. Kritiker werfen dem Forum Intransparenz und Anmaßung vor. Ohne demokratische Legitimation werde über das Schicksal vieler Menschen bestimmt, beklagen sie.