Kinder erinnern mit Steckenpferden an Westfälischen Frieden
Osnabrück (epd). Zum 66. Mal werden am 25. Oktober in Osnabrück rund 1.400 Grundschüler mit einem Steckenpferden durch die Straßen ziehen. Sie erinnern damit traditionell an den Westfälischen Frieden von 1648, teilte die Stadt mit. Von der Osnabrücker Rathaustreppe wurde damals das Ende des Dreißigjährigen Krieges verkündet. Aus diesem Anlass erhalten die Steckenpferdreiter auf der Treppe von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) eine süße Brezel.
Das Fest mit den Steckenpferden soll Kindern den Gedanken der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens auf spielerische Weise vermitteln. Ursprung der Tradition ist eine Mischung aus Wahrheit und Sage: Tatsächlich seien Jungen in Nürnberg im Jahr 1650 mit Steckenpferden ausgeritten, um für sich ein Andenken an den zwei Jahre zuvor geschlossenen Frieden zu erbitten.
Die emsländischen Dichterinnen Clara und Emmy von Dincklage verlegten in einer Sage die Handlung nach Osnabrück und ins Jahr 1648. Diese Geschichte war den Angaben zufolge die Quelle für das Osnabrücker Steckenpferdreiten, das 1948 zum 300-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens ins Leben gerufen wurde. Seit 1953 wird es jedes Jahr veranstaltet.