Über 5.000 Teilnehmer bei Friedensdemonstration in Berlin

Berlin (epd). Mehrere tausend Menschen sind am Samstag einem Aufruf der Friedensbewegung gefolgt und haben in Berlin gegen Krieg und Militäreinsätze demonstriert. Der Demonstrationszug zog vom Alexanderplatz durch das Regierungsviertel zum Brandenburger Tor, an dessen Westseite die Abschlusskundgebung stattfand. Getragen von mehr als 150 Organisationen waren bis zu 10.000 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet worden. Die Polizei sprach von etwa 5.200 Teilnehmern, die Organisatoren nannten eine Zahl von 8.000 Menschen und zeigten sich erfreut, dass die eigenen Erwartungen übertroffen worden seien.

Im Demonstrationszug wurden zahlreiche Regenbogenfahnen mit der Aufschrift "Peace" und blaue Fahnen mit der traditionellen weißen Taube geführt. Zu sehen waren auch Flaggen der Linken, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und von attac. Vereinzelt waren auch russische Fahnen erkennbar. Auf Spruchbändern war etwa zu lesen: "Stopp the killing in Syria", "Frieden mit Russland" und "Krieg ist nie die Lösung". Teilnehmer der Kundgebung skandierten etwa "Deutsche Waffen, deutsches Geld - morden mit in aller Welt".

Die Friedensdemonstration stand unter dem Motto "Die Waffen nieder! Kooperation statt Nato-Konfrontation, Abrüstung statt Sozialabbau". Auf der Abschlusskundgebung sagte die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, aktuell werde an ganz unterschiedlichen Orten der Welt die Lunte an den Frieden gelegt. Deshalb brauche es wieder eine lautstarke Friedensbewegung.

Der erste Schritt in eine friedliche Welt wäre der sofortige Stopp aller Waffenexporte, sagte die Linken-Politikerin. Unter dem Beifall der Demonstranten fügte sie hinzu: "Wir brauchen keine Rückrufaktion für Ersatzteile, wir brauchen eine Rückrufaktion für diese ganzen Waffen und eine Rückrufaktion für die Bundeswehr."

Der Vorsitzende der Naturfreunde Deutschland, Michael Müller, warnte davor, das Erbe Willy Brandts zu verspielen - nämlich Frieden und Entspannung. Weltweit verstärke sich die Militarisierung des Denkens, kritisierte Müller und rief: "Weg mit den Waffen". Nötig sei eine neue, starke Friedensbewegung. "Wir müssen den neuen Kalten Krieg stoppen", mahnte der Vorsitzende der Naturfreunde Deutschland.

Die Organisatoren hatten nach früheren Erfahrungen im Vorfeld nicht ausschließen wollen, dass möglicherweise auch rechte Gruppen mitlaufen, die sich von einem Pro-Russland-Kurs angesprochen fühlen könnten. Beim Zug durch das Regierungsviertel waren aber keine entsprechenden Plakate oder Parolen zu entdecken.