UN: Intensivierte Kämpfe in Syrien verschärfen Notlage
Genf (epd). Die Not der Menschen im Bürgerkriegsland Syrien hat sich laut den Vereinten Nationen im Laufe des Jahres weiter verschärft. Rund 13,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder bräuchten Schutz vor militärischer Gewalt und seien auf Lieferungen von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern angewiesen, erklärte ein UN-Sprecher am Freitag in Genf.
Seit Jahresbeginn habe sich die Zahl der Hilfsbedürftigen um 1,2 Millionen erhöht.
Mehr als sechs Millionen Kinder litten unter den Folgen des mehr als vier Jahre dauernden Konflikts. Der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, Jens Laerke, betonte, dass die intensivierten Kämpfe in den vergangenen Monaten das Elend vergrößert hätten. So fliegt die Luftwaffe Russlands Angriffe, um dem Assad-Regime zu helfen.
Die UN und ihre Partnerorganisationen könnten viele Menschen aufgrund der Gefechte, Straßensperren und bürokratischen Hindernisse nicht erreichen, fügte Laerke hinzu. Rund viereinhalb Millionen Männer, Frauen und Kinder lebten in Regionen, die kaum oder überhaupt nicht zugänglich seien. Darunter seien auch Territorien, in denen die Terrormiliz "Islamischer Staat" ihre Schreckensherrschaft errichtet habe. Fast 400.000 Menschen lebten in Orten, die von Konfliktparteien belagert würden.
Seit Ausbruch des Konflikts im März 2011 starben in Syrien nach UN-Schätzungen rund 250.000 Menschen. Mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das Assad-Regime sowie Rebellen- und Terrorgruppen kämpfen um die Macht. Am Freitag kamen Vertreter verschiedener Staaten und der UN in Wien zusammen, um über eine Lösung des Syrien-Konflikts zu beraten.