EAK: Vollständiges Ausbildungsangebot für KDV-Beratung liegt nun vor

Vor einem Jahr hatte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ein Ausbildungskonzept für eine KDV-Beratung beschlossen, zwölf Monate später ist daraus ein vollständiges Ausbildungsangebot mit einem Zertifizierungsverfahren geworden. Mit einer großen Nachfrage. Derzeit haben sich 330 Personen bundesweit für eine entsprechende Ausbildung eingeschrieben, einzelne stehen bereits kurz vor dem Abschluss.

„Das ist ein wesentlicher Ertrag unserer Vorstandsarbeit. Zugleich steht diese Entwicklung beispielhaft für das vergangene Jahr: Die Anforderungen an die EAK wachsen. Wir haben vieles aufgebaut und weiterentwickelt. Dabei wird immer deutlicher, dass wir auch unsere personellen und organisatorischen Voraussetzungen weiterentwickeln müssen“, unterstrich Gregor Rehm vom Leitungsteam der EAK bei der Jahrestagung der EAK in Stuttgart.

Ausgangspunkt für dieses Ausbildungsangebot war die sehr unterschiedliche Situation in den EKD-Mitgliedskirchen und den Verbänden. „Mancherorts übernehmen Hauptamtliche die Beratung, andernorts vor allem Ehrenamtliche. Vorwissen, verfügbare Zeit und die Möglichkeiten, an Veranstaltungen teilzunehmen, unterscheiden sich erheblich. Wir brauchten deshalb eine Ausbildung, die gemeinsame Qualität ermöglicht und zugleich unter diesen unterschiedlichen Bedingungen zugänglich ist“, erläuterte in Stuttgart Gregor Rehm, der maßgeblich an dem Aufbau des Konzeptes beteiligt war.

„Dafür haben wir eine Lernplattform aufgebaut. Sie verbindet selbstständig bearbeitbare Einheiten mit gemeinsamen Online-Treffen, fachlichem Austausch und der Reflexion der eigenen Beratungspraxis“, so Rehm. Die Ausbildung könne damit in einem individuell passenden Tempo absolviert werden, sie vermittele Wissen über Kriegsdienstverweigerung und die Verfahren, nehme aber ebenso die persönliche Haltung und die Verantwortung in der Beratung in den Blick.

„Unser Verständnis von KDV-Beratung ist Gewissensbegleitung. Wir unterstützen Menschen dabei, ihre eigene Entscheidung zu klären und in eigenen Worten auszudrücken. Dazu braucht es fachliche Sicherheit, die Fähigkeit zuzuhören und Respekt vor der Entscheidung des Gegenübers“, macht Gregor Rehm klar. 

Im Dezember konnte bereits der Zugang zur Lernplattform vorgestellt werden, in den folgenden Monaten wurde das Angebot weiter aufgebaut und vervollständigt. Und nun, genau ein Jahr nach dem Beschluss von Hamburg steht jetzt die gesamte Ausbildung einschließlich Zertifizierung zur Verfügung. 

„Jetzt kommt es darauf an, dass dieses Angebot in unseren Mitgliedskirchen und Verbänden genutzt und mitgetragen wird“, hofft Gregor Rehm. Eng mit dem Aufbau der Ausbildung verbunden war die Einführung der Koordinierenden für die KDV-Beratung in allen EKD-Gliedkirchen in ihre Aufgaben, nachdem dieses Anliegen von der EKD-Kirchenkonferenz dies beschlossen hatte. „Damit ist die Grundlage für das breite Beratungsnetzwerk entstanden, das wir heute innerhalb der EKD haben“, freut sich das Mitglied des EAK-Leitungsteams.