15 Jahre IJFD: Zukunftssorgen um erfolgreiches jugendpolitisches Förderprogramm des Bundes

Zum Jubiläum des 2011 vom Bundesjugendministerium ins Leben gerufenen ‚Internationalen Jugendfreiwilligendienst‘ (IJFD) machen sich die zivilgesellschaftlichen Träger des Programms Sorgen um dessen Fortbestand. „Die Unterfinanzierung des IJFD hat ein Maß erreicht, welches seine Zukunft zunehmend infrage stellt. Angesichts von Potenzial und Wirkung internationaler Freiwilligendienste ist das ein jugendpolitisches Armutszeugnis.“ sagt Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) – einer der vier Dachverbände, in denen sich die IJFD-Träger zusammengeschlossen haben.

Der IJFD ermöglicht es jungen Menschen, einen sechs- bis achtzehnmonatigen Lerndienst in einem anderen Land zu leisten. Die Teilnehmenden kommen in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten zum Einsatz. Über 30.000 junge Deutsche konnten so in den letzten 15 Jahren pädagogisch begleitet wichtige interkulturellen Erfahrungen machen. Der Großteil jedes Jahrgangs reist im September aus.

„Wer einen internationalen Freiwilligendienst leistet, tut damit Gutes für sich und für andere, letztlich für die gesamte Gesellschaft“, hebt Martin Schulze, Geschäftsführer der Evangelische Freiwilligendienste gGmbH, hervor. „Im Rückblick ordnen viele Freiwillige diese Dienstzeit im Ausland als besonders prägend für ihre Persönlichkeit und ihren weiteren Lebensweg ein, nicht zuletzt auch für ihre berufliche Karriere.“

AGIAMONDO-Geschäftsführerin Dr. Claudia Lücking-Michel ergänzt: „Junge Menschen wachsen heute in einer Zeit multipler Krisen auf. Sie erleben gesellschaftliche Polarisierung, Klimakrise und globale Unsicherheiten. Ein internationaler Freiwilligendienst eröffnet ihnen die Möglichkeit, aktiv anzupacken, Resilienz auszubilden, tragfähige Beziehungen zu knüpfen und grenzüberschreitendes Miteinander zu gestalten.“

„Gebraucht werden nicht weniger, sondern mehr internationale Freiwillige. Sie erlernen die Übernahme von Verantwortung, eignen sich interkulturelle und viele weitere Kompetenzen an, die unsere Gesellschaft dringend benötigt.“, betont Whitney Cecilia Akwouah, Geschäftsführerin des Verbandes Internationale Dienste – vidi. „Auslandsfreiwilligendienste sind wertvolle Zukunftsinvestitionen und müssen darum besser finanziert werden.“

Trotz des Erfolgs und erheblich gestiegener Kosten wurde der staatliche Fördersatz für den IJFD in den letzten 15 Jahren nicht angepasst. In der Konsequenz können erste Länder und Einsatzstellen nicht mehr bedient werden. Die Träger haben immer größere Schwierigkeiten, die finanzielle Lücke zu füllen. Teilweise müssen Freiwillige schon Kosten selbst tragen. Die Attraktivität des Programms sowie Chancengleichheit bezüglich einer Teilnahme stehen infrage.

Das Bundesforum FIJ (Bundesforum Freiwilliges Internationales Jahr - vormals Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste / GIF) hat einen Zweiseiter mit zentralen Empfehlungen zum Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) erstellt.

Die darin enthaltene Forderung einer Fördersatzerhöhung auf 700 Euro pro Dienstmonat für den IJFD wird u.a. auch vom Bundesarbeitskreis FSJ unterstützt. Ebenso wurde ein Forderungspapier für ein Freiwilligendienste-Stärkungssetz erarbeitet. Beide Materialien sind online zu finden unter:

https://www.kef-online.org/system/files?file=media/document/2026/fwdstarkungsgesetzforderungspapierpdf

https://www.kef-online.org/system/files?file=media/document/2026/factsheetijfdpdf

Im Bundesforum Freiwilliges Internationales Jahr (Bundesforum FIJ) – hervorgegangen aus dem Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste (GIF) - koordinieren Verbände und einige große Trägerorganisationen die gemeinsame Interessenvertretung für Internationale Freiwilligendienste auf Bundesebene. Sie stimmen Positionen ab, entwickeln Strategien für die Interessenvertretung und starten Aktivitäten bis hin zu Kampagnen. Die AGDF arbeitet intensiv im Bundesforum FIJ mit.