Zusammenstöße in Addis Abeba vor Rückkehr ehemaliger Rebellen
Frankfurt a.M. (epd). In Äthiopien sorgt die geplante Rückkehr der Oromo-Befreiungsfront (OLF) in die Hauptstadt Addis Abeba für Spannungen. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der Unabhängigkeitsbewegung setzte die Polizei am Freitag Tränengas ein, wie der britische Sender BBC berichtete. Die OLF war bisher als Terrororganisation betrachtet worden. Anfang August unterzeichnete die Gruppe, die sich für mehr Rechte der Oromo-Volksgruppe einsetzt, mit der Regierung jedoch ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe.
Die OLF-Führung wird am Samstag in Addis Abeba erwartet. Laut dem Rundfunksender Fana sollen zudem bis zu 1.500 OLF-Mitglieder aus dem Nachbarland Eritrea nach Äthiopien zurückkehren. In der Hauptstadt regten sich Proteste gegen die Rückkehr. Am Mittwoch wurde bei Zusammenstößen eine Person getötet.
Die Oromo sind die größte Volksgruppe in Äthiopien. Sie fühlten sich bislang von der Regierung, die von der Minderheit der Tigrai dominiert wird, nicht ausreichend beachtet. Abiy Ahmed, der Ende März als erster Angehöriger der Oromo-Volksgruppe Ministerpräsident wurde, setzt sich für die Öffnung des jahrzehntelang autokratisch regierten Landes ein. Er hat die Einstufung der OLF als Terrororganisation aufgehoben. Der früheren Regierung Äthiopiens waren schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen worden.