Zeitung: 13 Gefährder seit Jahresbeginn abgeschoben
Berlin (epd). Deutschland hat einem Zeitungsbericht zufolge seit Jahresbeginn 13 islamistische Gefährder in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Insgesamt gibt es gut 100 ausreisepflichtige Gefährder in Deutschland, wie eine Recherche der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer ergab. Die größte Gruppe unter den Gefährdern seien Türken, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise, diese machten mehr als 30 Prozent aus. Etwa ein Viertel stamme aus Nordafrika.
Von den 13 abgeschobenen Gefährdern stammen dem Bericht zufolge sieben aus Tunesien, jeweils einer kommt aus Algerien, Marokko, Nigeria, dem Irak, Serbien und der Türkei. Vier islamistische Gefährder wurden aus Baden-Württemberg abgeschoben, jeweils zwei aus Berlin, Hamburg und Sachsen, jeweils einer aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen.
Als Gefährder stuft die Polizei Extremisten ein, denen sie zutraut, einen Anschlag zu begehen. Das Bundesinnenministerium zählt derzeit 950 islamistische Gefährder und als ähnlich gefährlich betrachtete "relevante Personen". Doch nur gut hundert Personen können laut Bericht abgeschoben werden. Rund zwei Drittel der Gefährder und relevanten Personen sind deutsche Staatsbürger.