Woidke für mehr Rüstungsbetriebe

Seit mehr als vier Jahren leidet die Ukraine unter dem offenen russischen Angriffskrieg. Auch an anderen Orten werden Kriege geführt. Brandenburgs Ministerpräsident plädiert für einen Ausbau der Verteidigungsfähigkeit - auch in seinem Bundesland.

Potsdam (epd). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Sympathien für Pazifisten geäußert und zugleich die Bedeutung militärischer Verteidigung betont. „Ich verstehe Pazifismus“, sagte er der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag): „Ich bin Christ und würde mir auch eine Welt wünschen, in der wir keine Waffen bräuchten.“ Deutschland müsse sich jedoch angesichts von Bedrohungen und Konflikten verteidigen können.

„Leider sehen wir jeden Tag, wenn wir die Nachrichten einschalten, dass die Welt voller Risiken ist und ein Krieg in Europa tobt“, sagte Woidke. Es sei wichtig, dafür zu sorgen, dass Freiheit und Demokratie auch Bestand haben. Dies sei nur möglich, „wenn sich Deutschland verteidigen kann“.

Erneuerbare Energien „sicherheitsrelevant“

Neben der Ansiedlung von Rüstungsbetrieben in Brandenburg sollte die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur gestärkt werden, sagte Woidke. Dazu gehöre auch eine bessere regionale Nutzung erneuerbarer Energien mit vielen kleinen Netzen.

„Wind- und Solarenergie sind tatsächlich sicherheitsrelevant“, sagte der Ministerpräsident. Mit einer zentralen Stromversorgung von Nord nach Süd über drei große Trassen werde keine resiliente Stromversorgung möglich sein.

Auch für den Export produzieren

Sein Ziel sei, dass in Brandenburg „Dinge produziert werden, die für die Bundeswehr in Deutschland relevant sind, aber auch exportiert werden können“, sagte Woidke. In Brandenburg an der Havel werde derzeit die Produktion von Abfangdrohnen vorbereitet. Holzdorf werde „der wichtigste Hubschrauberstützpunkt in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa“. Dies könne zugleich bei der Waldbrandbekämpfung helfen.