WHO: 600 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen 2014 und 2015

Genf (epd). Rund 960 Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen 2014 und 2015 bei bewaffneten Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen in Konfliktländern ums Leben gekommen. Knapp 600 Attacken auf Krankenhäuser, Ambulanzen und andere Einrichtungen seien in dem Zeitraum bekannt geworden, teilte die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag in Genf mit. Die WHO verurteilte die Angriffe und verlangte von allen Konfliktparteien, medizinische Einrichtungen zu schonen.

Rund 1.560 Menschen hätten durch Beschuss Verletzungen erlitten, darunter medizinisches Personal und Patienten. Die Dunkelziffer für die Toten und Verletzten könnte weitaus höher sein. Die WHO geht davon aus, dass mehr als 60 Prozent der Angriffe auf die Einrichtungen bewusst erfolgt seien.

Für mehr als ein Drittel aller Angriffe 2014 und 2015 in den insgesamt 19 betroffenen Ländern seien die Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg verantwortlich, hieß es. Dort zählte die WHO 228 militärische Attacken auf Gesundheitseinrichtungen. In den Palästinensergebieten wurden 53 Angriffe erfasst. Auf den nächsten Plätzen rangieren laut WHO der Irak, Pakistan und Libyen. In den vergangenen Monaten hatten Angriffe auf Krankenhäuser in Syrien und in Afghanistan weltweit für Empörung gesorgt.