USA schicken weitere Hilfsgüter für Venezuela
Berlin/Caracas (epd). Das US-Militär hat weitere Tonnen Hilfsgüter an die venezolanische Grenze in Kolumbien geschafft. Am Samstag (Ortszeit) landete in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta ein drittes Frachtflugzeug mit Medikamenten, Lebensmitteln und Hygieneartikeln, wie die Entwicklungsorganisation der US-Regierung USAID laut der Tageszeitung "El Nacional" erklärte. Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro verweigert weiterhin die Einfuhr der Hilfsgüter. Er sieht darin den Vorwand für eine US-Militärintervention in Venezuela. Die Hilfsgüter waren auf Bitten der Opposition entsandt worden. Demnach sind bis zu 300.000 hungernde Venezolaner vom Tod bedroht.
Oppositionsführer Juan Guaidó rief das Militär erneut auf, sich auf die Seite der Verfassung zu stellen und die Hilfsgüter passieren zu lassen. Der selbst ernannte Interimspräsident setzte eine Frist bis zum 23. Februar, um die Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Das venezolanische Militär blockiert die Tienditas-Grenzbrücke, die Venezuela mit Kolumbien verbindet.
Inzwischen haben sich rund 600.000 Venezolaner dem Aufruf der Opposition angeschlossen und sich als freiwillige Helfer für die Verteilung der Hilfsgüter registrieren zu lassen, wie "El Nacional" berichtet. "Wir stehen hier, um der ganzen Welt zu sagen, dass unsere Bewegung absolut gewaltfrei aber auch fest entschlossen ist", sagte Guaidó am Samstag vor Zehntausenden Anhängern in Caracas.
Maduro rief das Militär zu besonderer Alarmbereitschaft an der Grenze zu Kolumbien auf, wie die Tageszeitung "El Universal" berichtet. Begleitet von der Militärführung warf er dem kolumbianischen Präsidenten Iván Duque vor, zusammen mit den USA einen Krieg gegen Venezuela zu planen. Unterstützung erhielt Maduro von seinem Verbündeten Kuba. Die kubanischen Streitkräfte zeigten ihre Solidarität mit dem "legitimen Präsidenten Maduro" und verurteilten "eine geplante US-Militärintervention", wie die Zeitung unter Berufung auf kubanische staatliche Medien berichtete. Das Militär ist der wichtigste Machtfaktor Maduros. Doch vor allem in den unteren Rängen bröckelt sein Rückhalt.
Laut US-Sicherheitsberater John Bolton ist die venezolanische Militärführung im Austausch mit den Widersachern von Präsident Maduro. Die militärischen Schlüsselfiguren seien in ständigen Gesprächen mit der Opposition, nicht öffentlich, aber sie verhandelten, wie die oppositionsnahe Zeitung "El Nacional" aus einem Interview von Bolton in Fox News zitierte.
Derweil verhängten die USA Sanktionen gegen fünf ranghohe Staatsbeamte. Betroffen sind der Chef des staatlichen Ölkonzerns PDSVA, Generalmajor Manuel Quevedo, sowie vier hohe Geheimdienst- und Polizeibeamte. Ihre Konten in den USA sind damit blockiert, und sie dürfen nicht einreisen.
Guaidó hatte sich am 23. Januar 2019 zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 40 Länder als legitimen Interimsstaatschef anerkannt, darunter Kanada, viele lateinamerikanische Länder sowie zahlreiche EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und Spanien.