Unicef verurteilt saudischen Luftangriff auf 26 Kinder im Jemen
Genf/New York (epd). Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat einen Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen scharf verurteilt. Dabei wurden nach Angaben der Organisation am Donnerstag im Westen Jemens 26 Kinder getötet. "Ich hatte gehofft, dass der Aufschrei nach dem Angriff in Saada vor zwei Wochen einen Wendepunkt in dem Konflikt herbeigeführt hat, aber offenbar ist dem nicht so", erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore am Freitag in New York. In Saada waren bei einem saudischen Luftangriff auf einen Schulbus mehr als 50 Zivilisten, unter ihnen 40 Kinder, getötet worden.
Fore rief alle Kriegsparteien sowie die am Konflikt beteiligten Staaten auf, den Krieg im Jemen ein für alle Mal zu beenden. Das Leben tausender verletzlicher Kinder müsse für alle Vorrang haben. Saudi-Arabien wird auch von den UN immer wieder vorgeworfen, zivile Opfer bewusst in Kauf zu nehmen. Am Donnerstag hatten sie eine Rakete auf das Fahrzeug abgefeuert, in dem sich die flüchtenden Kindern befanden.
Der jahrelange Konflikt hat eine humanitäre Katastrophe in einem der ärmsten Länder der Welt ausgelöst. Fast drei Viertel der 27 Millionen Jemeniten sind auf Hilfe zum Überleben angewiesen. Seit März 2015 interveniert die von Saudi-Arabien geführte Koalition mit Bombenangriffen zur Unterstützung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Seine Regierung wird von aus dem Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen bekämpft.