UN: Südsudan gefährlichstes Land für Helfer weltweit

Genf (epd). Der Südsudan ist nach UN-Angaben das gefährlichste Land für humanitäre Helfer weltweit. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor viereinhalb Jahren seien 100 Mitarbeiter humanitärer Organisationen im Südsudan getötet worden, erklärte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Montag in Genf. Zudem würden Helfer überfallen, verletzt und ausgeraubt. Entführungen seien an der Tagesordnung.

Dennoch werde der internationale Hilfseinsatz für die Bevölkerung des von Gewalt geprägten Landes fortgesetzt, sagte Lowcock. Der Nothilfekoordinator betonte zugleich, die Regierung des Südsudan sei für den Schutz der Helfer verantwortlich. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Regierungstruppen und Rebellengruppen kämpfen demnach trotz verschiedener Friedensinitiativen weiter. Zudem zögen marodierende Banden durch das Land. 

Die Bewaffneten attackierten Dörfer, vergewaltigten, töteten und hinterließen oft nur verbrannte Erde. Nach Lowcocks Angaben sind sieben der gut zehn Millionen Südsudanesen auf Hilfe angewiesen. Millionen Menschen sind demnach im eigenen Land auf der Flucht oder suchten in Nachbarländern Schutz. Der Konflikt begann Ende 2013 als ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter und Rebellenführer Rieck Machar.