UN: Hunderte Tote durch Gewalt in Südsudan

Genf (epd). In den ersten Tagen der jüngsten Gewaltwelle im Südsudan sind nach UN-Angaben Hunderte Menschen getötet worden. Bei den Opfern der am 7. Juli ausgebrochenen Kämpfe handele es sich um Zivilisten und bewaffnete Angehörige der Bürgerkriegsparteien, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, am Donnerstag in Genf mit.

Der Hochkommissar betonte in einem Südsudan-Report für den UN-Sicherheitsrat, dass die Spannungen zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und seines Rivalen, Ex-Vizepräsident Riek Machar, weiter sehr hoch seien. Die Gewalt dauere an.

UN-Ermittler hätten 73 Fälle von getöteten Zivilisten dokumentieren können, erklärte Seid. Doch die tatsächliche Zahl der Opfer liege weitaus höher. Viele Zivilisten seien willkürlich hingerichtet worden. Die UN hätten auch viele Fälle von sexueller Gewalt, Plünderungen und Zerstörungen erfasst.

Der Konflikt habe auch eine gefährliche ethnische Dimension. Zudem habe sich die ökonomische und humanitäre Lage in dem bitterarmen Land deutlich verschlechtert, erklärte Seid. Der UN-Sicherheitsrat müsse mehr Druck auf die Regierung in Juba ausüben, um die Gewalt zu beenden.

In dem ostafrikanischen Land hatte Ende 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern von Präsident Kiir und Getreuen von Ex-Vizepräsident Machar begonnen, Anfang Juli brach dann erneut Gewalt aus. Insgesamt flohen seit Beginn des Konflikts vor zweieinhalb Jahren den UN zufolge knapp 900.000 Menschen aus dem Südsudan ins Ausland, innerhalb des Landes sind 1,6 Millionen Menschen auf der Flucht.