UN: Fast 200 zivile Opfer durch Luftangriffe im Jemen

Genf / Sanaa (epd). Im Jemen sind bei Luftangriffen in den vergangenen zehn Tagen nach UN-Angaben mindestens 109 Zivilisten getötet und 75 weitere verletzt worden. Das Leiden der Zivilisten in dem "absurden Krieg" im Jemen müsse sofort beendet werden, forderte der humanitäre Koordinator der UN in dem arabischen Land, Jamie McGoldrick, am Donnerstag in Sanaa. 

McGoldrick machte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition nicht direkt für die Angriffe verantwortlich, er legte eine Täterschaft der Koalition jedoch nahe. Allein bei einer Luftattacke auf einen belebten Markt im Regierungsbezirk Taizz seien vor zwei Tagen mindestens 54 Menschen getötet worden, darunter acht Kinder. Zudem hätten 32 Menschen Verletzungen erlitten, unter ihnen sechs Kinder. 

In dem Regierungsbezirk Al Hudaydah seien vor zwei Tagen 14 Angehörige einer Familie bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Weitere Luftangriffe mit zivilen Opfern hätten in mehreren Bezirken des Landes stattgefunden.

Im Jemen bekämpfen sich seit 2015 die Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung, die von der Koalition unter Saudi-Arabiens Führung und mit Hilfe der USA unterstützt wird. Tausende Menschen wurden bereits getötet. Etwa 17 Millionen der insgesamt 27 Millionen Einwohner des Jemen wissen nach UN-Angaben nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit hernehmen sollen. Zudem wütet in dem Land die Cholera.