Südsudan: Afrikanische Staaten schicken Soldaten

Frankfurt a.M. (epd). Afrikanische Staats- und Regierungschefs planen angesichts der Gewalt im Südsudan die Entsendung von Soldaten. Das ostafrikanische Staatenbündnis IGAD und ein Komitee der Afrikanischen Union (AU) beschlossen am Freitag, eine regionale Truppe in das Bürgerkriegsland zu schicken, wie die Zeitung Sudan Tribune am Samstag berichtete. Im Südsudan brach 2013 ein Konflikt aus, Anfang Juli eskalierte die Gewalt trotz eines Friedensabkommens. Rund 300 Menschen starben.

Die afrikanischen Truppen sollen dem Bericht zufolge die Zivilbevölkerung schützen, die Hauptstadt Juba sichern und das Abkommen durchsetzen, das im August 2015 vereinbart wurde. Sie sollen ein stärkeres Mandat bekommen als die bestehende UN-Mission Unmiss, deren Soldaten nicht in Kämpfe eingreifen dürfen.  Details zur Stärke der afrikanischen Truppe oder zum Zeitplan gab es zunächst nicht.

Unmiss besteht derzeit aus ungefähr 12.000 Soldaten und soll die Bevölkerung schützen und die Lieferung von humanitärer Hilfe ermöglichen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hatte sich wegen der zunehmenden Gewalt dafür ausgesprochen, zur Erfüllung des Mandats die Zahl der Truppen zu erhöhen. Die Regierung des Südsudan lehnte dies bisher ab, erklärte sich nun aber offenbar bereit, die neue Friedensmission zu akzeptieren.

Der Südsudan ist das jüngste Land Afrikas. Es wurde 2011 vom Sudan unabhängig. Am Unabhängigkeitstag am 9. Juli brachen neue Gefechte zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und Getreuen des früheren Vizepräsidenten Riek Machar aus. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die jüngste Eskalation verantwortlich.