Schwesig fordert stärkere Beteiligung von Frauen in Friedensprozessen
Berlin (epd). Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, (beide SPD) fordern die Stärkung von Frauen in internationalen Verhandlungsprozessen. Ohne Frauen sei kein Frieden zu machen, sagte Schwesig am Freitag bei einer Konferenz im Auswärtigen Amt in Berlin. Sie müssten gleichberechtigt an Friedensprozessen und am Wiederaufbau beteiligt werden.
Kofler erklärte: "Kein Konflikt kann dauerhaft überwunden werden, wenn die Hälfte der Bevölkerung von Friedensbemühungen ausgeschlossen ist." Bei der Konferenz berieten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Militär, Polizei, Zivilgesellschaft und Wissenschaft über die Umsetzung der UN-Resolution 1325, die die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen einfordert.
Zudem verlangt die Resolution einen Schutz von Frauen in Konflikten. "Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt werden von Kriegsparteien oft als Methode zur Erniedrigung und Terrorisierung von Frauen, Mädchen, aber auch von Männern benutzt", sagte Schwesig. Das seien Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Auswärtiges Amt und Familienministerium verwiesen anlässlich der Konferenz auf eine 2015 erschienene Studie, die beweise, dass die Chancen auf die Vereinbarung von Friedensabkommen steigen, wenn Frauen an den Verhandlungen beteiligt werden. Zudem sei es wahrscheinlicher, dass die getroffenen Vereinbarungen dann auch umgesetzt werden.