Rotes Kreuz: 25.000 Menschen konnten Ost-Aleppo verlassen
Genf (epd). Seit Beginn der Evakuierung am Donnerstag haben nach Angaben des Roten Kreuzes rund 25.000 Menschen die einstige Rebellenhochburg Ost-Aleppo in Syrien verlassen. Die Vereinten Nationen forderten am Dienstag weitere sichere Ausreisemöglichkeiten. Allen Männern, Frauen und Kindern, die die zerstörten Viertel verlassen wollten, müssten Transporte angeboten werden, sagte ein UN-Sprecher in Genf. Am Donnerstagmorgen hätten weitere zehn Busse Ost-Aleppo verlassen.
Die SOS-Kinderdörfer teilten mit, bei Minusgraden säßen immer noch Zehntausende in der Trümmerwüste von Ost-Aleppo fest, darunter viele Frauen und Kinder. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, kündigte neue Friedensgespräche für den 8. Februar in Genf an.
Nach UN-Angaben konnten 750 Menschen die regimetreuen Orte Foua und Kefraya verlassen. Diese Orte werden von Rebellen belagert. UN-Sprecher Jens Laerke führte zugleich aus, dass die Behörden des Assad-Regimes die Erlaubnis zur Stationierung weiterer 20 UN-Mitarbeiter in Ost-Aleppo erteilt hätten. Somit belaufe sich die Gesamtzahl der UN-Mitarbeiter in dem Gebiet auf 120.
Laerke hielt fest, dass die UN-Mitarbeiter zusammen mit Personal des Roten Kreuzes und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes die Ausreise der Zivilisten und Rebellen überwachen sollten. Die UN diskutierten mit den Assad-Behörden die Einzelheiten der Überwachung, nachdem der UN-Sicherheitsrat am Montag einstimmig die Entsendung einer Beobachtermission beschlossen hatte.
Die Beobachter sollen sicherstellen, dass die Evakuierung gewaltfrei und nach Maßgabe des humanitären Völkerrechts abläuft. UN-Diplomaten hatten in den vergangenen Tagen immer wieder von Gräueltaten an Bewohnern der früheren Rebellenhochburg Ost-Aleppo berichtet. Dafür sollen vor allem Regierungstruppen verantwortlich sein.
Die Konfliktparteien hatten sich auf die Evakuierungen geeinigt. Assads Militär hatte das Gebiet nach wochenlangen Kämpfen nahezu vollständig von den Rebellen erobert. Dabei wurden die Assad-Einheiten von der russischen Luftwaffe und iranischen Einheiten unterstützt.
In Syrien kämpfen das Assad-Regime, Rebellen und Terroristen um die Macht. Hunderttausende Menschen starben bislang. Millionen sind auf der Flucht.