Rheinmetall eröffnet neue Rüstungsfabrik in Unterlüß
Unterlüß, Kr. Celle (epd). Begleitet von hochrangigen Gästen und Protesten eröffnet Rheinmetall am Mittwoch in Unterlüß bei Celle eine neue Fabrik für Artilleriemunition. Unter anderem werden Vizekanzler Lars Klingbeil, Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte als Gäste erwartet, wie das Unternehmen und Initiativen mitteilten. Noch in diesem Jahr sollen in dem Werk bis zu 25.000 Stück Artilleriemunition des Kalibers 155 Millimeter entstehen, hieß es.
Ab 2027 solle die Produktion auf bis zu 350.000 Stück pro Jahr hochgefahren werden. Im Artilleriewerk entstehen nach Unternehmensangaben zudem mehr als 500 neue Arbeitsplätze. Auch Raketenmotoren sollen ab 2026 in Unterlüß gefertigt werden. Für die neuen Werke und weitere Modernisierungsvorhaben seien an dem Standort insgesamt mehr als 500 Millionen Euro investiert worden.
Der „Friedensratschlag Lüneburger Heide“ kündigte anlässlich der Eröffnung des Werks eine Kundgebung in Unterlüß an. „Aus dieser Fabrik kommt nichts Gutes“, kritisiert die Friedensinitiative in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es dort: „Die Kriege überall auf der Welt dürfen nicht aufhören, sonst droht in der Region zukünftig Arbeitslosigkeit.“
Auch aus der Politik gibt es Kritik. „Statt Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Branchen wie erneuerbare Energien, Bildung oder Gesundheit zu fördern, setzt Niedersachsen auf Kriegsindustrie und Aufrüstung“, monierte der Landesvorsitzende der Linken in Niedersachsen, Thorben Peters. „Rheinmetall verdient an Leid und Zerstörung - das ist inakzeptabel.“
Peters forderte einen sofortigen Stopp der Fabrik, ein Ende aller Rüstungsexporte und eine konsequente Umstellung auf zivile, sozial- und klimapolitisch sinnvolle Produktion. Nur so könne Niedersachsen seiner Verantwortung für Frieden und eine lebenswerte Zukunft gerecht werden.