Protestwoche gegen US-Airbase Ramstein hat begonnen

Kaiserslautern/Ramstein (epd). Die Protestwoche gegen den US-Luftwaffenstützpunkt im westpfälzischen Ramstein der bundesweiten Kampagne "Stopp Air Base Ramstein" hat am Sonntag begonnen. Die ersten der etwa 800 bis 1000 Teilnehmer des Friedenscamps auf einem Gelände bei Kottweiler-Schwanden seien im Laufe des Tages eingetroffen, sagte Reiner Braun vom Koordinierungskreis der Initiative dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Kaiserslautern. Die Aktion gegen Kampfdrohnen und Krieg findet in Kaiserslautern und im Umfeld der US-Airbase Ramstein zum dritten Mal statt. Die Veranstalter rechnen bis zum 10. September mit insgesamt über 5000 Teilnehmern bei mehreren friedlichen Aktionen gegen die Airbase. An der Kampagne "Stopp Ramstein" beteiligten sich mehr als 12.000 Teilnehmer aus Friedensinitiativen, sozialen Bewegungen, der Wissenschaft und der Politik.

Von der Relaisstation der Airbase in Ramstein aus steuerten die Amerikaner ihren Drohnenkrieg in Asien und Afrika, sagte Braun. Indem die deutsche Bundesregierung die völkerrechtswidrige Nutzung der Airbase Ramstein für den US-Drohnenkrieg erlaube, mache sie sich der Tötung von Zivilisten mitschuldig. Mehrere Zehntausend Drohnenopfer habe es bisher etwa in Pakistan, Afghanistan, dem Jemen, Somalia, Libyen und Syrien gegeben. 

Das Friedenscamp bei Kottweiler-Schwanden werde bis zum 10. September dauern, sagte Braun. In der protestantischen Versöhnungskirche Kaiserslautern gibt es am 8. September eine Abendveranstaltung unter dem Motto "Nein zu Drohnen und Atomwaffen - ja zu Frieden und Gerechtigkeit in der Welt". Beginn der Veranstaltung mit der Friedensaktivistin Ann Wright, dem Schweizer Historiker Daniele Ganser und dem katholischen Theologen Eugen Drewermann ist um 19 Uhr. Für diese Veranstaltung gebe es schon über 500 Anmeldungen, sagte Braun. Er rechne mit insgesamt 1000 Besuchern. 

Ebenfalls in der Kaiserslauterer Versöhnungskirche findet am 8. und 9. September ein Internationaler Kongress zu Militärbasen und ihrer geostrategischen Bedeutung für weltweite Kriege statt. Dazu haben sich Redner unter anderem aus Japan, Südkorea, USA und Irland angesagt. Am 9. September ist um 13 Uhr eine kilometerlange Protest-Menschenkette von Ramstein-Miesenbach über die Airbase bis zur Gedenkstätte für die Opfer der Flugkatastrophe von Ramstein im Jahr 1988 geplant. Die Abschlusskundgebung findet um 15 Uhr vor den Toren der Airbase statt.

Den Abschluss der Protestwoche bildet am 9. September ab 15 Uhr ein Festival unter dem Motto "Künstlerinnen für den Frieden". Mitwirkende sind unter anderen Leslie Clio, Patrice, Dieter Hallervorden und lokale Künstler. Die Nachfrage für die Veranstaltung in der Kaiserslauterer Kammgarn sei so groß, dass eine vierte Bühne außerhalb des Kulturzentrum errichtet werde, sagte Braun. 

Neben der langfristigen Schließung der US-Airbase sei auch die zivile Konversion der zahlreichen Militärstandorte in Rheinland-Pfalz ein Kampagnenziel, sagte Braun. Für die Friedensbewegung in den USA und in Europa gebe es derzeit in der Trump-Regierung keine Ansprechpartner. Aus Besorgnis darüber, dass "der Frieden nicht in sicheren Händen" sei, engagierten sich wieder mehr Menschen in der Friedensarbeit. Der aktuelle Konflikt zwischen den USA und Nordkorea sei "brandgefährlich" und könne im Kriegsfall auch Europa treffen, sagte Braun.