Protest gegen Airbase Ramstein endet mit Menschenkette und Festival
Kaiserslautern/Ramstein (epd). Mit einer Menschenkette und einem Musikfestival sind am Samstag die Proteste gegen die US-Airbase im pfälzischen Ramstein zu Ende gegangen. Mit etwa 5.000 Teilnehmern sei eine Menschenkette von fast fünf Kilometern zwischen Ramstein, dem Denkmal der Flugkatastrophe im Jahr 1988 und der Airbase eng geschlossen gewesen, teilten die Veranstalter am Samstagabend in Kaiserslautern mit. Die Polizei sprach von 3.000 Teilnehmern. Zum dritten Mal demonstrierte die bundesweite Kampagne "Stopp Air Base Ramstein" im Umfeld der US-Airbase gegen Kampfdrohnen und Krieg. An der Kampagne beteiligten sich mehr als 12.000 Teilnehmer aus Friedensinitiativen, sozialen Bewegungen, der Wissenschaft und der Politik.
Von der Relaisstation der Airbase in Ramstein aus steuerten die Amerikaner ihren Drohnenkrieg in Asien und Afrika, sagte Reiner Braun vom Koordinierungskreis der Initiative dem Evangelischen Pressedienst (epd). Indem die deutsche Bundesregierung die völkerrechtswidrige Nutzung der Airbase Ramstein für den US-Drohnenkrieg erlaube, mache sie sich der Tötung von Zivilisten mitschuldig. Mehrere Zehntausend Drohnenopfer habe es bisher etwa in Pakistan, Afghanistan, dem Jemen, Somalia, Libyen und Syrien gegeben.
Neben der langfristigen Schließung der US-Airbase sei auch die zivile Konversion der zahlreichen Militärstandorte in Rheinland-Pfalz ein Kampagnenziel, sagte Braun. Für die Friedensbewegung in den USA und in Europa gebe es derzeit in der Trump-Regierung keine Ansprechpartner. Aus Besorgnis darüber, dass "der Frieden nicht in sicheren Händen" sei, engagierten sich wieder mehr Menschen in der Friedensarbeit. Der aktuelle Konflikt zwischen den USA und Nordkorea sei brandgefährlich und könne im Kriegsfall auch Europa treffen, sagte Braun.