Philippinen stoppen Friedensgespräche mit kommunistischen Rebellen

Manila/Frankfurt am Main (epd). Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte beendet die Friedensgespräche mit den kommunistischen Rebellen. Wie das Onlineportal "Phil Star" am Sonntag berichtete, wies der Präsident die Vertreter seiner Regierung nach einer Verhandlungsrunde in Rom an, ihre Zelte abzubrechen und nach Hause zurückzukommen. Erst am Freitag hatte Duterte die Waffenruhe mit den Rebellen aufgekündigt.

So ordnete er an, die Armee solle "in ihre Camps zurückkehren, ihre Gewehre polieren und sich für den Kampf bereit halten". Die Ankündigung erfolgte nur zwei Tage nachdem die Aufständischen ihrerseits erklärt hatten, den Waffenstillstand am 10. Februar beenden zu wollen. Bei von Norwegen vermittelten Friedensverhandlungen im vergangenen August hatten beide Seiten ein Abkommen für eine unbefristete Feuerpause unterzeichnet. 

Duterte erklärte, die Rebellen hätten zu viele und zum jetzigen Zeitpunkt unerfüllbare Forderungen gestellt, so wie die Freilassung von mindestens 400 politischen Gefangenen. Zum Auftakt der Verhandlungen in Oslo im vergangenen Jahr hatte die Regierung damals einige Anführer der Aufständischen aus der Haft entlassen. Die Rebellen kritisierten indes, die Armee dringe zunehmend in ihre Gebiete vor. Erst kürzlich war es zu neuen Gefechten gekommen.

Der Konflikt zwischen dem bewaffneten Arm der Kommunisten und wechselnden Zentralregierungen in Manila begann vor 48 Jahren. Offiziellen Schätzungen zufolge wurden dabei mehrere Zehntausend Menschen getötet. 2013 scheiterten Friedensgespräche unter Dutertes Vorgänger Benigno Aquino.